Yuma Bar in Neukölln musste schließen : Leben mit der Leerstelle

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In Nord-Neukölln gibt es seit Mitte Februar ein Nachtleben-Loch: Die Yuma Bar musste schließen, weil der Vermieter und sein Schwiegersohn plötzlich eigene hochfliegende Pläne für die Räume in der Reuterstraße hatten. Nach der Abschiedsparty stellte sich für die Stammgäste des wunderbaren, auf belgisches Bier und leckere Cocktails spezialisierten Ladens immer drängender die Frage: Wohin bloß?

Letzten Samstag etwa trafen sich zufällig zwei kleine Fangruppen im Txokoa, dem baskischen Restaurant eines weiteren Ex-Stammgastes. Die eine Delegation – inklusive Origamimeister Diego G. Ahrendt, der im Yuma immer Gratiskurse gegeben hatte – brach gerade auf, als die andere sich an den Nachbartisch setzte. Wiedersehensfreude. Und dann natürlich sofort ein Problemgespräch. „An Abenden wie diesen merkt man wieder, wie sehr die Yuma Bar fehlt. Immer dieses Rumüberlegen, wo man hingeht.“ – „Und was macht ihr?“ „Wir probieren einen Laden in der Lenaustraße aus. Da soll es guten Wein geben. Wie sieht es mit euch aus?“ – „Wir schauen mal in den Raumfahrer. Der Whiskey Sour ist ganz okay, wenn auch nicht so gut wie im Yuma. Viel Spaß euch!“

Immerhin kommt man auf diese Weise mal wieder ein bisschen rum im Hipster- Kiez. Man kann etwa im Kuschlowski russischen Wodka trinken oder mal schauen, was sich in der großen Kneipe an der Ecke Reuter-/Lenau-Straße inzwischen unter dem Namen Heinz Schüftan tut (nicht viel). Oder eben feststellen, dass der Raumfahrer nach Renovierung etwas braver aussieht und mit seltsamen Restaurantstühlen vollgestellt wurde. Wegen der guten Musikauswahl, des netten Personals und des passablen Whiskey Sours ist der Laden immer noch ein Lichtblick auf der Hobrechtstraße. Echte Yuma-Alternativen haben sich bisher noch nicht ergeben. Zum Glück müssen die Stammgäste nicht ewig durch das Vakuum driften: Die Bar wird in der Weserstraße wiedereröffnen. Derzeit wird umgebaut. Die Einweihung ist für Mitte, Ende Mai geplant.

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