Zärtliche Doku von Peter Liechti : Versöhnung ist möglich

FORUM Zärtliche Doku: „Vaters Garten“.

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Foto: Mike Wolff
Foto: Mike Wolff

Die erste Frage ist gleich die schwerste: „Und, würdest du dir noch mal einen Sohn wählen, wie ich einer bin?“ – „Vielleicht einen einfacher denkenden“, antwortet die Mutter. Denn der 1951 geborene Filmemacher Peter Liechti war schon in der Jugend rebellisch gesinnt und hatte sich früh aufgelehnt gegen die kleinbürgerlich geordnete Welt der Eltern im schweizerischen Sankt Gallen. Sie leben heute immer noch dort und sind immer noch miteinander verheiratet und dabei doch so unterschiedlich, wie man es sich nur vorstellen kann. Sie eine empfindsame Seele, die gegen den Egoismus der Welt anbetet. Er ein geselliger Charmeur, der nur die Kameraden im Sportverein zum Glück braucht. Und den Garten natürlich, der die peniblen Regeln der Kleingartenverordnung mit Akkuratesse erfüllt.

Einen Film über die eigenen Eltern zu drehen, gehört wohl zum Schwersten für einen Regisseur und wird auch nicht leichter, wenn man selbst schon über 60 ist. Doch die Bereitschaft zur Versöhnung wächst – und vielleicht auch der Mut zu radikalen künstlerischen Entscheidungen. Die seien hier nicht verraten. Doch sie runden „Vaters Garten – Die Liebe meiner Eltern“ zu einer erstaunlich zärtlichen Annäherung an eine fremd erscheinende Generation. Silvia Hallensleben

13.2., 20 Uhr (Arsenal1), 15.2., 19:30 Uhr (Cinemaxx 4), 16.2., 16.30 Uhr, (Delphi), 17.2., 15 Uhr (Cubix 7)

Thomas Prommersberger, 30, Location Scout. Wohnt in Prenzlauer Berg.

Berlinale-Besucher seit ...

... 1990, die erste wiedervereinigte Berlinale. Richtig intensive Berlinalen hatte ich acht bis zehn, wobei die hier natürlich der Knaller ist.

Wenn mein Leben ein Filmset wäre ...

... würde ich das Catering machen, wenn ich’s könnte. Wer Beichtstuhl, Psychologe und Versorgungsstelle in einem ist, ist superwichtig.

Mein schönstes Berlinale-Erlebnis ...

... war im Foyer des International bei einer Diskussionsrunde mit Aki Kaurismäki. Der hat im Lauf des Gesprächs eine Flasche Schnaps geleert und wir haben bunte Ost-Cocktails getrunken. Dabei haben wir auf die Karl-Marx-Allee geguckt, wo die Sonne rot unterging. Da war dieser Spirit – Berlin wächst zusammen und alle können auf die Berlinale.

Der Film, der mein Leben verändert

hat ...

... das war „Goldrausch“. Da war ich sieben Jahre alt, in einem Pariser Kino, der zweite Film meines Lebens.

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