Kultur : Zeit für Briefe: Auktion im Hause Stargardt

Iring Fetscher

Sammler und Händler aus der ganzen Welt kamen in der vergangenen Woche ins Opernpalais Unter den Linden, als das Berliner Auktionshaus J. A. Stargardt zur größten Autographenauktion der Welt einludt. Rund 1300 Handschriften und Manuskripte aus den Bereichen Literatur, Wissenschaft, Musik, Bildende Kunst, Theater/Film und Geschichte waren diesmal im Angebot. Neben den zahlreichen Gästen im Saal warteten rund dreißig Bieter an Telefonen, 200 schriftliche Gebote erreichten Stargardt bereits im Vorfeld. Trotz des regen Interesses und einer durchgehend guten Stimmung im Saal blieben die meisten Zuschläge im Rahmen ihrer Schätzpreise. Und erwartungsgemäß lockten vor allem große Namen. So erzielte ein schönes Handschreiben Schillers aus dem Jahr 1796 an den Leipziger Schriftsteller K. L. Müller 22000 Euro. Der Brief Goethes aus dem Jahr 1795 an den Juristen von Schuckmann stieg auf 14000 Euro. Ein seltenes Musikmanuskript Chopins wurde von 60000 auf 85000 Euro gesteigert. Spitzenlos wurde das herausragende sechsseitige Musikmanuskript „14 Tänze für ein Klavier“ Schumanns, das für 105000 Euro an einen privaten Sammler ging. Aber auch öffentliche Sammlungen unter anderem aus Berlin, Düsseldorf, Dresden und Marbach ergänzten ihre Bestände. Insgesamt erzielte die Auktion einen Nettoumsatz von rund 1,6 Millionen Euro.

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