Kultur : Zickenkrieg in Tokio

PANORAMA

Frank Noack

Sie wirkt in doppelter Hinsicht fehl am Platz: als 18-Jährige Europäerin allein in Tokio, und dann noch mit unscheinbarem Schulmädchen-Look. Aber Angela (Chloé Winkel) lässt sich durch nichts beirren. Weil sie Geld für ein Zimmer braucht, bewirbt sie sich in einem Luxus-Nachtclub als Hostess. Ihr Verhalten ist noch unmöglicher als ihre Kleidung, aber gerade weil sie zahlungskräftige Kunden beleidigt, statt ihnen zu schmeicheln, ist sie bald der Star des Etablissements. Frechen Kolleginnen gibt sie eins auf die Nase. Die revanchieren sich, indem sie ihr Shampoo vergiften oder Glasscherben in den Nudeleintopf mischen. Nebenbei zeichnet Angela Comics im Manga-Stil.

M.X. Obergs schräger Thriller Stratosphere Girl wechselt ständig zwischen Real- und Zeichentrickfilm. Die Zeichnungen entwickeln ein Eigenleben. Sie deuten auf ein Verbrechen im Hostessenmilieu hin, das aufzuklären Angela sich berufen fühlt. Ihre Coolness in den bedrohlichsten Situationen verschlägt einem den Atem. Am meisten beeindruckt jedoch, wie Oberg eine schläfrige Stimmung erzeugen kann, ohne die Spannung zu verringern.

Heute 21.30 Uhr (Zoo Palast), morgen 14 Uhr (Cinemaxx 7), 15.2., 14.30 Uhr (International)

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