Zmei Trei bei den Sommerkonzerten : Die rumänischen Drachen

Jazz, Blues und Soul mit einem guten Schuss Volksmusik: Die Band Zmei Trei spielt bei den Sommerkonzerten. Eine leidenschaftliche Performance, laut und ergreifend.

Elias Pietsch
Eastern Soul. Mihai Iliescu an der Gitarre, Paula Turcas, Gesang, und Vibraphonist Oli Bott gastierten bei den Brandenburgischen Sommerkonzerten.
Eastern Soul. Mihai Iliescu an der Gitarre, Paula Turcas, Gesang, und Vibraphonist Oli Bott gastierten bei den Brandenburgischen...Foto: Thilo Rückeis

„Dieser Song war ein bisschen wie Bach, nur mit weniger Akkorden.“ Dieser Satz von Mihai Victor Iliescu, Gitarrist und Kopf der rumänischen Band Zmei Trei, gibt einen guten Eindruck der locker-heiteren Stimmung, die am Samstagabend in der Heilig-Geist-Kirche in Teupitz herrscht. Die Gäste der Brandenburgischen Sommerkonzerte erleben an diesem warmen und regenfreien Augusttag eine ungewöhnliche Genremixtur. Zmei Trei, was so viel heißt wie „Drei Drachen“, spielen Jazz, Blues und Soul mit einem guten Schuss Volksmusik. Gitarre, Bass und Vibraphon bilden das Fundament. Über allem liegt aber die Stimme von Paula Turcas, federleicht und gewichtig zugleich. Ihr Gesang sowie das virtuose Vibraphonspiel Oli Botts sind es denn auch, die den Sound der Band prägen.

Letzterer wurde in dieser Zeitung schon als „Besessener mit vier Schlägeln“ bezeichnet, das trifft es. Wie Botts sein Instrument mit atemberaubender Geschwindigkeit bearbeitet ist einfach nur beeindruckend. Er, Bassist Arnulf Ballhorn und Gitarrist Iliescu wechseln sich innerhalb der Songs kontinuierlich mit den Solos ab, was einen dichten Klangteppich wie beim Jazz ergibt. Ungewöhnlich wird das Ganze durch die verwendeten Skalen und Harmonien, die eher aus rumänischer Volksmusik als dem klassischen Jazz stammen.

Jedem ist die Freude am Musizieren anzusehen

Die Band liefert eine leidenschaftliche Performance, jedem ist die Freude am Musizieren anzusehen. Paula Turcas tanzt mal euphorisch, mal in sich versunken über die Bühne. Die Musiker drücken sich alle in ihrem ganz eigenen Stil aus und lassen sich dabei gegenseitig die nötigen Freiräume. Trotzdem gelingt es ihnen, eine Symbiose aus unterschiedlichen musikalischen Einflüssen herzustellen.

Auch die Themen der Songs sind abwechslungsreich. Gitarrist Iliescu erklärt in launigen Ansagen vor jedem der auf Rumänisch gesungen Stücke deren Inhalt und Titel. Die Texte drehen sich um die bewegte Geschichte seines Heimatlandes, um das einstige kommunistische Regime und seine verbotene Vorliebe für Led Zeppelin.

Vor dem Konzert wurde gewarnt, es könnte lauter werden als im Rahmen der Brandenburgischen Sommerkonzerte üblich. Das wird es: laut und euphorisch, virtuos und ergreifend.

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