ZU GAST AUS NEW YORKFranzösische Meisterwerke des 19. Jahrhunderts : Mehr Licht

Christina Tilmann

„Die schönsten Franzosen kommen aus New York“, wirbt Berlin seit Wochen für seine große Sommerausstellung in der Neuen Nationalgalerie. Dabei sind es keineswegs nur Franzosen, die als Leihgabe des New Yorker Metropolitan Museum of Art nun an die Spree kommen: Auch ein Niederländer wie Vincent van Gogh, ein Italiener wie Amedeo Modigliani oder ein Spanier wie Pablo Picasso sind darunter. Gemeint ist, und das wird über den Umweg New York auch in Berlin sehr deutlich: Im späten 19. Jahrhundert war Paris das unbestrittene Mekka für Künstler aus aller Welt. Mit der Kunst des Impressionismus entstand hier eine Kunstrichtung, die den Prunk der Historien- und Staatskunst durch eine Hinwendung zur Wirklichkeit ersetzte. Nicht mehr im Atelier, sondern im Freien wurde beobachtet und skizziert, bescheidenere Bildmotive wie Landschaften und Stillleben rückten in den Vordergrund, und das Hauptaugenmerk galt den spezifisch malerischen Qualitäten der Kunst: Farbe und Licht werden die bestimmenden Faktoren der Malerei. Künstler wie Manet, Monet (Abb.), Cézanne, Gauguin und Degas wurden damit zu Ahnvätern der Moderne.

150 Hauptwerke europäischer Malerei kommen nun für vier Monate nach Berlin – eine Folge des überragenden „MoMA in Berlin“-Erfolgs vor drei Jahren. Er brachte das Metropolitan, das gerade seine Räume zur Kunst des 19. Jahrhunderts erweitert, auf die Idee, Berlin für die Umbauzeit diese Ausstellung anzubieten. Der Erfolg ist vorhersehbar: Schon jetzt sind Führungen und VIP-Karten weitgehend ausgebucht. Auf die Anstehenden warten auf der Terrasse der Neuen Nationalgalerie ein „französisches Dorf“ mit blau-weiß- roten Pavillons, Musik, Lesungen und Catering. Christina Tilmann

Neue Nationalgalerie, Fr 1.6. - So 7.10., Di/Mi 10-18, Do 10-22, Fr-So 10-20 Uhr, Di-Fr 10/5 €, Sa/So 12/6 €

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