Kultur : Zürich: Scharfe Proteste gegen Marthalers Rauswurf

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Zürichs Theaterchef Christoph Marthaler will seine Kündigung nicht hinnehmen. Der 51-Jährige wurde von der am Samstag beschlossenen Auflösung seines eigentlich bis 2005 laufenden Vertrages zum Saisonende 2002/03 völlig überrascht. „Sie müssen mich rauswerfen, freiwillig gehe ich nicht“. Für heute wollen der Schriftsteller Adolf Muschg und der Publizist Roger de Weck eine Protestveranstaltung für den Verbleib Marthalers organisieren. In der Theaterszene schlug der Rauswurf Marthalers, unter dessen Leitung das Schauspielhaus Zürich gerade zum zweiten Mal zum „Theater des Jahres“ gewählt worden war, wie eine Bombe ein. Der Regisseur Falk Richter warf der Schweiz Zensur vor. Thomas Ostermeier von der Berliner Schaubühne erklärte: „Natürlich steckt hinter dem Rausschmiss von Marthaler ein anderer Grund als wirtschaftliche Probleme“. In den Schweizer Zeitungen herrschte Einigkeit, dass die Vertragsauflösung trotz gewisser mangelnder kaufmännischer und exzentrischer Neigungen Marthalers eine Katastrophe sei. Eine Kommission soll sich um einen Nachfolger bemühen. Die Boulevardzeitung „Blick“ bringt den Direktor des Berliner Ensembles, Claus Peymann, ins Gespräch. Der „Tages-Anzeiger“ spekuliert, dass Volker Hesse, Intendant des Maxim-Gorki-Theaters Berlin, in Frage käme. D er hat schon dementiert: „Ich denke nicht daran, mich in so eine Schlammgrube zu begeben.“ Tsp

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