Kultur : Zum Tod des Schriftstellers Andreas Okopenko

Der österreichische Schriftsteller Anddreas Okopenko ist im Alter von 80 Jahren in Wien gestorben. Der 1930 als Sohn eines ukrainischen Arztes und einer Österreicherin in der Slowakei geborene Autor bewegte sich im Umfeld der sprachexperimentellen Wiener Gruppe um H.C. Artmann, Gerhard Rühm und Oswald Wiener. Zusammen mit Ernst Jandl und Friederike Mayröcker entstanden auch gemeinsame Textmontagen. Okopenkos umfangreiches, seit den 50er Jahren entstandenes Werk umfasst sowohl Gedichte als auch Prosa und wurde unter anderem 1998 mit dem Großen Österreichischen Staatspreis sowie 2002 mit dem Georg-Trakl-Preis für Lyrik ausgezeichnet. Sein wichtigstes Buch ist der 1970 erstmals erschienene „Lexikon-Roman“, der vor zwei Jahren in einer Neuauflage beim Wiener Deuticke-Verlag herauskam. Das alphabetisch geordnete „Lexikon einer sentimentalen Reise zum Exporteurtreffen in Druden“, in dessen Mittelpunkt ein studierter Chemiker – wie Okopenko selbst – steht, lebt von der Idee des unabschließbaren Textes und der Einladung an den Leser, sich aus den Fragmenten einen eigenen Roman zu basteln. Viele Querverweise führen ins Leere, manche nicht weiter – für Okopenko war es weniger ein theoretisch-poetologisches Programm als eine spielerische Lust, den Leser immer tiefer in sein Labyrinth zu führen. Tsp

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