Zum Tod von David Bowie : "Lazarus"-Regisseur: "Er kämpfte wie ein Löwe"

Im Dezember hatte in New York David Bowies "Lazarus"-Musical Premiere. Der Regisseur Ivo van Hove erinnert sich an die Zusammenarbeit.

Passanten vor dem New York Theatre Workshop, wo das Bowie-Musical "Lazarus" gespielt wird und Blumen zum Gedenken an den gestorbenen Musiker niedergelegt werden.
Passanten vor dem New York Theatre Workshop, wo das Bowie-Musical "Lazarus" gespielt wird und Blumen zum Gedenken an den...Foto: dpa

Der Regisseur des "Lazarus"-Musicals, Ivo van Hove, der das Projekt gemeinsam mit David Bowie im Dezember in New York auf die Bühne brachte, hat nach dem Tod des Musikers über dessen Arbeit als Schwersterkrankter berichtet. "Man könnte sagen, ich sah einen Mann beim Kämpfen. Er kämpfte wie ein Löwe, kämpfte sich durch alles hindurch, ich hatte unglaublichen Respekt vor ihm", sagte der Belgier van Hove dem niederländischen Rundfunksender NPO.

Es sei eine sehr intensive Zeit gewesen, "weil er manchmal sehr krank und in Behandlung war, aber er kam so viel wie möglich zu den Proben“, berichtete van Hove außerdem der „Times“. Bowie war am Sonntag nach 18-monatigem Kampf gegen den Krebs gestorben, zwei Tage nach seinem 69. Geburtstag, an dem auch sein letztes Album "Blackstar" erschien. "Lazarus" hatte im Dezember im New York Theatre Workshop Premiere gefeiert, die Produktion läuft noch bis 20. Januar.

Auch vor dem David-Bowie-Wandgemälde in Bowies britischer Geburtsstadt Brixton werden Blumen niedergelegt.
Auch vor dem David-Bowie-Wandgemälde in Bowies britischer Geburtsstadt Brixton werden Blumen niedergelegt.Foto: REUTERS

Bowie hat die Musik zu dem Stück des irischen Dramatikers Enda Walsh geschrieben, das auf Walter Tevis' Roman "The Man Who Fell To Earth" basiert - den Nicolas Roeg in den 70ern verfilmt hatte, mit Bowie in der Hauptrolle. Van Hove sagte der Zeitung, er habe nicht über Bowies Erkrankung sprechen dürfen. „Er war am Ende sehr zerbrechlich - körperlich, nicht psychisch." Aber nachdem Bowie den Applaus nach der Premiere auf der Bühne entgegengenommen habe, habe er sich setzen müssen. In diesem Moment begriff van Hove, dass er Bowie wohl das letzte Mal sieht.

Eigentlich wollte van Hove die Produktion erst 2016 realisieren, Bowie drängelte aber. "Ich fragte ihn, warum, und er sagte: ,I’m fucking 68!' ”, so der Regisseur gegenüber der niederländischen Zeitung NRC. Bowie habe nicht mit dem Tod gekämpft, sondern um das Leben: "Er wollte weiterleben", sagte Hove nun der "Times".

Auf der Website des Musicaltheaters heißt es, das Team sei "zutiefst betrübt" +ber den Verlust eines der größten Künstler unserer Zeit. "Wir sind glücklich, dass wir die Gelegenheit hatten, mit Mr. Bowie bei seinem Bühnenstück zusammenzuarbeiten." Vor dem Theater haben trauernde Fans Blumen niedergelegt, wie auch an zahlreichen anderen Orten der Welt, etwa im britischen Brighton, der Geburtsstadt von Bowie, oder auch in der Hauptstraße 155 in Berlin-Schöneberg, wo Bowie in den 70er Jahren 14 Monate wohnte. Tsp (mit dpa)

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