Kultur : Zum Verlieben schön Museal

CARMELA THIELE

Das Leben ist kurz, die Kunst aber ist ewig.Das Motto der 4.Kunst- und Antiquitätenmesse in Basel deutet auf ihr exquisites Angebot hin, das sich von Weltkunst über Kunsthandwerk und Malerei bis zu illuminierten Büchern erstreckt.Die hohe Qualität, die sich einer strengen Jurierung des Angebots verdankt, kommt nicht von ungefähr.Die TEFAF Basel mit in diesem Jahr 120 Ausstellern aus 14 Ländern ist eine Tochter der TEFAF Maastricht.TEFAF steht für "The European Fine Art Foundation".Das Ehrenkomitee der TEFAF Basel, dem unter anderem der Kunsthändler und Sammler Ernst Beyeler und die Direktorin des Kunstmuseums Basel, Katharina Schmidt, angehören, bürgt darüber hinaus für Seriosität.

Eine Woche lang können Besucher Kunstwerke in Augenschein nehmen, die nicht selten Museumswert haben.Das gilt besonders für die stärkste Abteilung der TEFAF, die Sektion Antike.Donati Arte Classica aus Lugano bietet einen zum Verlieben schönen Herakles-Torso aus Marmor an, der ins 1.oder 2.Jahrhundert n.Chr.datiert wird.Neben Klassischer Antike sind auch ägyptischen Kultfiguren im Angebot, etwa eine Ahnenbüste, die aus dem Neuen Reich stammt.Besonders hervorgehoben wird im aufwendig gestalteten Katalog auch eine bei Rupert Wace Ancient Art, London, gezeigte ägyptische Grabstele aus der Spätzeit, also um 670 v.Chr.

Neben diesen nur für wenige erschwinglichen Werken sind zudem Ethnografica zu bestaunen, kolumbianische Kunst, orientalische und islamische Pretiosen, antiker Schmuck sowie illuminierte Bücher.Jörg Günther, Hamburg, wartet mit einer deutschen Ausgabe der Legenda Aurea von Jacobus von Voragine auf, also einer Sammlung von Legenden der Kalenderheiligen aus dem Jahre 1472.Das Buch- und Kunstantiquariat Karl Mohler aus Basel führt die Naturforscherin und Zeichnerin Maria Sybilla Merian im Programm.Zu erwerben ist eine 1718 wiederaufgelegte Ausgabe ihres 1679 gedruckten Raupenbuches, das die Metamorphose der Insekten zum Gegenstand hat.

Für den gehobenen Haushalt bietet die TEFAF zudem dekorative Kunst des 20.Jahrhunderts, aber auch Gemälde, antike Möbel und edles Porzellan.Eine Kuriosität stellen vielleicht die Spazierstöcke aus dem 19.Jahrhundert dar, die ein Hamburger Händler in großer Auswahl präsentiert.Die Köpfe sind meist aus Elfenbein geschnitzt und haben offenbar auf Eigenheiten ihres Besitzers hingewiesen.Dieses Faktum hat bereits Thomas Mann aufgespießt, dessen den Damen des Theaters allzusehr zugeneigter Christian Buddenbrook nie ohne seinen Stock mit dem geschnitzten Nonnenkopf auszugehen pflegte.

Basel, Messegelände, bis 15.November.

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