Kultur : ZURÜCK - ALTE MUSIK

BORIS KEHRMANN

In Berlin soll ein Zentrum für Alte Musik entstehen.Der geeignete Ort dafür wäre, nach Ansicht seines Initiators Gerhard Oppelt, die St.Elisabeth-Kirche an der Invalidenstraße in Mitte.Das bedeutende Spätwerk Karl Friedrich Schinkels wurde im Zweiten Weltkrieg bis auf die Außenmauern zerstört.In der ausgebauten Ruine, für die derzeit kein anderes Nutzungskonzept vorliegt, ließen sich ein Konzertsaal, ein Forschungszentrum, sowie andere Räumlichkeiten für die Vermittlung des gesammelten Wissens unterbringen.Von den auf DM 18 Mio veranschlagten Kosten des Unternehmens sind bisher nur DM 3,6 Mio für die Sicherung des wertvollen Restbaubestandes aufgebracht.Mit einer Präsentation und einem Konzert im Otto-Braun-Saal der Staatsbibliothek wandten sich Oppelt und seine Akademie für historische Aufführungspraxis "Elisabeth Musiquen" nun an die Öffentlichkeit, an Sponsoren und Förderer.Aus der Arbeit der von Alexander Steinhilber seit gut einem Jahr geleiteten Forschungsstelle konnten noch keine Ergebnisse vorgelegt werden.Um hier spektakuläre Akzente zu setzen ist es noch zu früh.So wählte man mit der in der Schriftenreihe der Elisabeth Musiquen von Steinhilber erstmals edierten "Missa Dei Patris Benedicti" des 1680 verstorbenen Wiener Hofkapellmeisters Johann Heinrich Schmelzer einen sicheren Wert.Die zuweilen nicht ganz mühelose doppelchörige Wiedergabe mit dem gut vorbereiteten Monteverdi-Chor Berlin und dem auf historischen Instrumenten musizierenden Ensemble Berlin Baroque machten einmal mehr deutlich, wie wichtig es ist, einen Ort zu schaffen, an dem die Berliner Kräfte gebündelt, entwickelt und angemessen zur Darstellung gebracht werden können.

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