Kultur : ZURÜCK - COMEDY

NORBERT TEFELSKI

Tollpatschige Zirkusclowns, die sich vergeblich in artistischen Disziplinen versuchen - so konventionell beginnt das "Komik Brut"-Stück "Das Leben ist schon lustig genug" von Gardi Hutter und Ueli Bichsel (Tränenpalast, 10.-13., 19.-21, 23.-28.3., 20 Uhr).Aber das mit bunten Plünnen aufgeplusterte Pärchen ist hoffnungslos zerstritten.Als er, Zigarrenstummeldauerkauer mit Herbert Wehners Mundpartie, versehentlich ihre Lieblingsratte erschießt, ist Schluß mit lustig.Sie sprengen sich gegenseitig in die Luft, und aus der 08 / 15-Hanswurstiade wird ein Dramolett mit Elementen des Absurden Theaters.Verschlankt und weiß verhüllt, die Köpfe mittels gasgefüllter Ballons verlängert, trifft man sich jenseits des Lebens wieder.Mit pantomimischen Mitteln schildert das Schweizer Duo verschiedene bislang erfahrene Tode - eine detailfreudige Splatter-Orgie vom Autounfall bis zum Monty-Pythonesken Platzen.Und weil man sich im abgelebten Zustand nicht wiedererkennt, finden sie erneut Gefallen aneinander."Sterben ist gesund", lautet Gardis erster Satz, nachdem sie die Sprache wiederfand.Beim Telefonat mit Gott allerdings meldet sich nur der Anrufbeantworter.Das mag vielleicht daran liegen, daß der alte Herr, im Gegensatz zur halben Weltbevölkerung, nicht an Wiedergeburt glaubt.Dessen ungeachtet machen sich die verliebten Streithähne auf, ihre irdische Verbindung erneut zu knüpfen - und die alten Fehler zu wiederholen.Peng!

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