Kultur : ZURÜCK - KABARETT

NORBERT TEFELSKI

Seit elf Jahren arbeitet das Schweizer Duo Ursus & Nadeschkin mit den Irritationen "moderner Clowns" - wie man so sagt.Sie selbst nennen sich "Grenzgänger".Die Grenze in ihrem Stück Solo (noch bis 6.Februar, 21 Uhr) ist ein dunkler Vorhang, den sie mitten durchs Hackesche Hof-Theater ziehen.So zugleich Bühne und Auditorium trennend, wollen sie gegen ihr "krankhaft synchrones" Zusammenspiel angehen.Nur, was hat der Zuschauer mit den selbsttherapeutischen Bemühungen des Künstlers zu tun? Das olle Mitmachtheater in angestaubter Workshop-Tradition feiert mehr oder minder fröhlich Urständ, wenn die rechte Publikumshälfte raten muß, was auf der linken Bühnenhälfte gerade vor sich geht und umgekehrt.Dumm nur, daß man es sowieso weiß, weil der ganze Abend, wie vor der Pause demonstriert, im wesentlichen aus zwei kaum variierten Elementen besteht: Nadeschkin, als rockende Freiheitsstatue, versucht Nina-Hagen-like, den immergleichen Song zu intonieren, während sich Ursus hinterm Schlagzeug mit allerlei Klickerdiklacker-Spielzeug einer albernen "Performance" hingibt.Das ist zu wenig für den großen, botschaftsträchtigen Bogen, wie er den beiden offensichtlich vorschwebte.Für eine Nummernshow andererseits fehlt es an aufmerksamkeitsstarken Pointen - abgesehen von dem hochgehaltenen Schildchen mit der hübschen Aufschrift "One h", später ergänzt durch "h felt".Zettel mit diversen Sprüchlein werden auch in den ersten Reihen verteilt, auf Kommando nach vorn zu werfende Federbälle liegen unter allen Sitzen: Müder Aktionismus zweier tragischer Clowns, die überm künstlerischen Anspruch vergessen, komisch zu sein.Und um irgend etwas NICHT zu sehen, ist kein Theaterbesuch vonnöten.Dazu reicht es, an der Wand zur Nachbarswohnung zu lauschen.

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