Kultur : ZURÜCK - KABARETT

NORBERT TEFELSKI

Als sich im vergangenen Dezember vier einzeln wohlgelittene Kleinkunstwesen zum mediokren Miteinander auf der Bühne des Hebbel-Theaters versammelten, konnte das wohlmeinend als Persiflage auf die gegenwärtige "Diven"-Inflation interpretiert werden.So gesehen, wagt sich das "CaféTransler"-Tuntenteam ans schwer problematische Unterfangen, eine Persiflage zu persiflieren - unangemessen aufgewertet durch den Aufführungsort: Die Bar jeder Vernunft, Coproduzentin von "Diva gut", legte sich nun auch das Kuckucksei "Diva besser" ins nächtliche Nest (5./ 6.und 11./ 12.6., 23.30 Uhr).Vier szenebekannte Fummeltrinen mit putzigen Pseudonymen mimen Cora Frost (Chou-Chou de Briquette), Georgette Dee (Camelia Light), Mouron (Tilly Creutzfeldt-Jakob) und die Popette Betancor (Giselle Apricot).Nach einem schmunzelträchtigen Anfang mit gut abgeguckten und nett vorgeführten Eigenheiten ist das Diseusenquartett etabliert - also festgenagelt: Statisches Hocken und lahmes Lungern im witzfreien Raum entspricht der Verlegenheits-Inszenierung des Originals.Durfte dort zumindest das Liedgut goutiert werden, markieren hier fade Kopien den Überflüssigkeitspegel.Die "Bereicherung" ist pure Peinlichkeit - wenn etwa ein armes Mäuschen aus dem Publikum genötigt wird, ein Popetten-Song-Imitat mit labialen Rhythmusgeräuschen zu begleiten.Das gilt auch für die falsche Désirée Nick und weitere schmerzhafte Gastauftritte karnevalistisch kostümierter Kumpels.Der große Rest ist kleinkarierter, von Eitelkeit und Futterneid getragener Trash-Tratsch.Überdies strotzt der Namedropping-Abend von internen Gerüchten und Anspielungen für einen extrem engen Kreis - uninteressant selbst dem halbwegs informierten Chronisten, der in der Pause die Piefigkeit flieht: Diva dumm!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben