Kultur : ZURÜCK - KUNST

ELFI KREIS

Jan Hoet, Leiter der documenta IX, nannte Jimmy Durham einmal "den einzig richtigen Amerikaner" der Kasseler Weltkunstausstellung.Der Künstler und Schriftsteller ist Cherokee.Er war lange Zeit Mitglied des American Indian Movement sowie Gründer und Direktor des International Indian Treaty Council bei der UNO.Bisher zeigte Durham plastische Arbeiten.Während seines Aufenthalts als Stipendiat des Deutschen Akademischen Austauschdienstes in Berlin hat Durham erstmals gezeichnet.In der Daadgalerie präsentiert er nun ausschließlich seine neuen Arbeiten auf Papier (Kurfürstenstr.58, bis 30.Dezember, täglich 12.30 - 19 Uhr.) Mit dem Satz "Ich verspreche, keine selbstreferentielle Kunst mehr zu machen" füllt Durham wie bei einer Strafarbeit eine Doppelseite seines Buches, das zur Ausstellung erschienen ist.Das ist natürlich ironisch gemeint.Ein Gefühl des Verlusts beschleicht den Ausstellungsbesucher bereits am Eingang.Durham hat die Wände mit Papierbahnen tapeziert, auf denen sich die Abdrücke von Teddybären, Fischen und anderen Spielzeugtieren abzeichnen.Dieser "Friedhof der Kuscheltiere" ist seine Hommage an "Bärlin".Zugleich schwingt der Verweis auf den Gegensatz von Zivilisation und Natur mit, der bei Durham eine zentrale Rolle spielt.Ob ein ungelenkes Porträt von Friedrich Meschede, den er "den Langen" nennt, oder das von Gerhard Schröder mit TV-Make up: Durham will nicht zeigen, wie gut er zeichnen kann, sondern wie schlecht.Durham schafft verblüffende, in sich aber logische Zusammenhänge.So wird zum guten Schluß der Schornstein zur "Luftröhre" - oder auch zum "Haus mit Hohlraum".

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