Kultur : ZURÜCK - KUNST

JOSEFINE JANERT

Die Idee ist praktisch - schließlich werden gleich drei Motive auf einmal gezeigt.Guckt man von links auf Martin Wilkes "3DBild", sieht man ein knallgelbes Pferd mit blauer Mähne.Bei der Draufsicht erkennt man einen roten Teich und ein Ungeheuer, das an den sagenumwobenen Bewohner von Loch Ness erinnert.Wer von rechts schaut, erblickt eine weitere farbenfrohe Ansammlung freundlicher Fabelwesen.Der Bildhauer Wilke und die Malerin Sabine Peuckert sehen ihre gemeinsame Ausstellung in der Galerie Pankow im Zeichen von Übergang und Aufbruch.Mit dem Titel "Maerz" ist auch der nahende Frühling gemeint - Zeit für Spiel und Poesie.Wilke stellt zum Beispiel eine spitzköpfige Frauenfigur, die "Versteckte", hinter ein Holzstück mit geschwungenem Relief.Oder er läßt eine andere, sich unnatürlich verrenkende Frau zu einem weiten Schritt ausholen.Während ihre rechte Hand auf dem Bauch ruht, dreht sie ihren Oberkörper komisch zur Seite.Das heißt dann "Vogue S.203 im AusSchritt" und erinnert tatsächlich an die Posen in manchen Zeitgeist-Magazinen.Diese Holzarbeiten werden durch Peuckerts Collagen und Zeichnungen gut ergänzt.Wie auch Wilke pflegt sie den ironischen Blick auf die Welt.Ihre Bilder zeugen von Sinn für Humor und Freude an der Leichtigkeit des Seins.Der "Hauptgewinn" zeigt eine pastellfarbene Gestalt, die über ein paar Lottoschnipseln im Nichts schwebt.Der Hintergrund ist zwar nicht rosarot, dafür aber gelb-in-gelb.Ist Gelb nicht die Farbe der Optimisten? Die "Siegertreppe oder das MONUMENT" steht auf einem steil abfallenden Hügel, der den möglichen, raschen Sturz des Champions andeutet.Oben, auf dem Podest, wäre er unerreichbar fern, doch wenn er fällt, ist er umso schneller wieder unten (Galerie Pankow, Breite Straße 8, bis 10.April, dienstags bis sonnabends von 14 bis 18 Uhr).

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