Kultur : ZURÜCK - LESUNG

JOSEFINE JANERT

"Woran denkst du?" - "An nichts." - "Und wie ist sein Vorname?" Ja, so ist es, das Leben.Süß und bisweilen kompliziert.Wenn die Frau ihre Beziehungen zum angeblich starken Geschlecht überdenkt, ist der Rückhalt im Freundinnenkreis lebensnotwendig.Am besten plauscht sie bei einer Tasse Kaffee, die rote Federboa adrett um die Schultern drapiert.Dezent plätschert dazu bildungsbürgerliche Klaviermusik, gespielt von Cornelia Maaz.Im Café Albrecht haben Monika Dierauer, Christine Marx und Tessie Tellmann mit Stunde der Liebe (wieder am 23.11., 20 Uhr) so einen Frauenabend in Szene gesetzt.Ein Tisch mit Spitzendeckchen dient als Mittelpunkt der improvisierten Bühne.Drum herum sitzen die drei Schauspielerinnen und lesen Texte von Hedwig Courths-Mahler bis Edith Sitwell.Sie alle beschäftigen sich mit der Absurdität der Liebe.Mit ihren Lesungen, die seit mehreren Monaten im gut gefüllten "Café Albrecht" in Mitte laufen, hat die Truppe um Christine Marx eine neue Form etabliert: das Hörspiel zum Zugucken.Zu den Texten werden Geräusche imitiert, und die Schauspieler sitzen auf Tuchfühlung mit ihrem Publikum.In die freundlich-gediegene Atmosphäre des "Albrecht" paßt das trefflich.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben