Kultur : Zurück: Live Human im Kurvenstar

Volker Lüke

Wie bringt man das Bandgefühl einer Live-Performance mit der DJ-Kultur zusammen? Live Human aus San Francisco beantworten diese Frage. Sie funktionieren wie ein Jazz-Trio, mit Double-Baß, Schlagzeug und einem Discjockey, dessen Technik und Timing den Vergleich mit den großen Virtuosen im Jazz nicht zu scheuen braucht: DJ Quest, Gründungsmitglied der "Bullet Proof Scratch Hamsters". Nicht so artistisch-verrückt wie Kid Koala und auch kein Massaker-Freund wie Mixmaster Mike, aber einer, der den funky Beat mit punktgenauen Scratches vorantreibt. Wie ihr neues Album "Elefish Jellyphant" belegt, haben sich diese Burschen ein erstaunliches Wissen über Popmusik angeeignet, was ihnen erlaubt, traditionelle Spielweisen der Jazzmusik auf das Energielevel von HipHop zu bringen und diesen Aufruhr mit technisch anspruchsvollen Breaks zu versehen. Beim Auftritt zu mitternächtlicher Stunde im Kurvenstar reicht das Spektrum von zersägten Fragmenten eines Symphonieorchesters bis hin zum stotternden Trompeten-Solo, Congatrommeln und den heiseren Kehllauten einer James-Brown-Scheibe. Zumindest bis die heftig geforderte Zugabe ein abruptes Ende findet und man sich beim Hinausgehen von der Polizei sagen lassen muss: "So ist es einfach zu laut!".

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