Kultur : ZURÜCK - Neue Musik

MARTIN WILKENING

Im nackten Bühnenraum der Sophiensäle hat Robyn Schulkowsky die Stationen ihrer Schlagzeugperformance "In der Hitze meiner Stimme" aufgebaut, ein Ensemble überwiegend aus Pauken und Trommeln im Zentrum, daneben Sammlungen von Instrumenten und gefundenen Objekten aus Metall und aus Holz, Filigranes ebenso dabei, wie Einzelstücke von beeindruckender Größe.Daß gerade deren klangliche Erkundung zu dem musikalisch eher belanglosen Eindruck führt, den das Stück nach einer Stunde hinterläßt, erscheint unerwartet, liegt aber vielleicht auch in der Natur der Sache, zu viel ist möglich bei soviel Klangmaterial, zu wenig erscheint nötig, das gesammelte Instrumentarium wird nacheinander, Schlag auf Schlag, abgearbeitet.Dabei teilt sich die Energie, mit der Robyn Schulkowsky sich in den von ihr erzeugten Klängen bewegt, auch in diesen konzeptuell eher dünnen und beliebigen Passagen mit, und auch da, wo es einmal etwas dezenter, als sonst an diesem recht lautstarken Abend üblich, zugeht.Musikalische Dichte erreicht ihre Performance in den Außenstellen, die auf dem herkömmlichen Instrumentarium in einen Strudel von pulsierender Energie hineintreiben und erstaunliche Entwicklungen durchlaufen, zwischen brodelndem Grummeln und berstenden Kaskaden, Flüstern und geradezu brüllender Direktheit.Den Hölderlin - Bezug, den "In der Hitze meine Stimme" durch Titel und Untertitel behauptet, mag sich jeder denken, wie er will, die starken Teile dieses Abends brauchen ihn nicht, die schwächeren erhalten damit nicht mehr an Bedeutung.

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