Kultur : ZURÜCK - OPER

TOM HEITHOFF

Eine Oper und keiner singt.In Mozarts Cos¡ fan tutte agieren die Schauspielschüler des 2.Studienjahres auf der Bühne des Theaterstudios e.V.(nächste Vorstellungen: 4./ 5.12., 20 Uhr) nicht nur vor schwarzgrundigen Plastikfolien, sondern auch vor einem aus Lautsprechern rieselnden Musikvorhang.Da überlagern sich Gesang aus den Boxen und Schauspielers Sprechstimme: Während sich die Melodien zart in den Himmel drehen, stoßen die Figuren einen abgehackten - wohlwollend könnte man auch sagen: auf jeden Versfuß Rücksicht nehmenden - Sprechgesang aus, der über weite Strecken allerdings eher an sprachliche Rhythmusübungen denken läßt.Aber vielleicht muß das heute so sein.Ironische Brechung nennt man so etwas auch gerne.Ja, Künstlichkeit ist Trumpf an diesem Abend, und deshalb müssen sich die Schauspieler in stilisierte Sackkleider (Männlein grün, Weiblein gelb) stecken lassen.Nur die Köpfe und Arme gucken raus.Das Pantomimische (hervorragend Alexander Hosfeld als Alfonso) ist die Stärke in diesem Spiel um zwei Männer, die sich von Alfonso ("Weiber und doch treu? Ihr glaubt die Fabel aufs Neu?") überreden lassen, die Treue ihrer Frauen zu prüfen.Ein ausbalanciertes Liebes-Spiel zwischen Schein und Sein wird daraus leider nicht.Nein, hier liegt das Übergewicht von Anfang an auf der Seite von Schein und Künstlichkeit.Menschen als Automatenwesen, die sich wie auf Schienen bewegen und ihren Text vor sich her tragen.Panzer vor dem Herzen.Die sechs Darsteller müssen sich von Regisseurin Brigitte Hube-Hosfeld eine dicke Schicht des Artifiziellen auftragen lassen.Dabei hätte man von ihnen gerne mehr gesehen.

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