Kultur : ZURÜCK - POP

RALPH GEISENHANSLÜKE

Daß eine Band nicht unbedingt aus Bass, Gitarre und Schlagzeug bestehen muß - diese Ansicht ist nicht neu, aber sie setzt sich nur schwer durch.Rockers Hi Fi sind einer dieser seltenen Fälle: eine postmoderne Combo, eine Band, für die es sich auch in Zeiten der DJ-Musik lohnt, eine Konzerthalle zu betreten.Rockers Hi Fi begannen eigentlich als klassisches Studioprojekt in Birmingham: Zwei Plattendreher, deren Musikverständnis über das Plattendrehen hinausging und die bei Versuchen im heimischen Labor eine Synthese aus House und Reggae entwickelten.Vier Alben haben Glyn Bush und Richard Wittingham seitdem veröffentlicht.Freunden fortgeschrittener Dub-Beats muß man es nicht mehr erklären: Bush und Wittingham wissen, wo der Barthel den Groove holt.Mittlerweile haben sie sich aber auch daran erinnert, wo er den Baß holt.Man hat schließlich früher auch mal in richtigen Bands gespielt.Und so drückt Bush die Saiten eines wahrhaftigen analogen Instruments.Des Weiteren auf der Bühne: ein Operateur für Keyboards, ein Percussionist, der kleine Elektro-Pads anschlägt, Farda P.und Feed, zwei Vokalisten mit Bewegungsdrang, eine ausgeklügelte Light-Show mit Projektionen und allem Schischi.Diese sechs Personen legen in der Kulturbrauerei einen lupenreinen Band-Gig hin, der den Vorteil hat, überaus angenehm beschallt zu sein.Denn wo in traditionellen Gruppen der Schlagzeuger durch die natürliche Lautstärke seines Instruments die Lärmspirale immer weiter nach oben treibt, da sind hier ein paar kleine Regler vor.Abgesehen von diesem überaus ohrenfreundlichen Zug bleibt eigentlich nur zu sagen, daß Rockers Hi Fi auf ihrem Feld zur Zeit den State of the art dafür darstellen, wie man klangfreudige, ausgeklügelte Studioproduktionen in eine lebendige Bühnenshow übersetzt.Yo!

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