Kultur : ZURÜCK - POP

H.P.DANIELS

Ein Träumer sei er, sagt Luka Bloom von sich selbst.Aha.Und viel schwieriger als Songs zu träumen und zu schreiben sei es, diese Songs zu nehmen und auf den Weg zu bringen, sagt der irische Songschreiber auch.Und daß das viel zu tun habe mit der Fähigkeit loszulassen.Aha.Aha.Erfreulich ist es, daß Bloom bei seinem Konzert im Pfefferberg losläßt vom gekünstelten Pathos seines neusten Albums "Salty Heaven", von den kitschelnden Streichern und süßlichen Kaufhauschören.Erfreulich, daß er alleine auf der Bühne steht, nur mit einer Akustikgitarre, und einfach seine Songs singt, in Hemd und Jeans, und ohne übertriebene Dramatisierungen.Wie er das schon in den Siebzigern im legendären "Go In" getan hatte, als er für sechs Monate Bewohner Berlins gewesen war.Seine Gitarre spielt Bloom meist in rhythmisch schwirrenden, offen klingenden Akkordfolgen, die durch einen starken Chorus-Effekt eine fast orchestrale Note bekommen.Gelegentlich auch ruhigeres Fingerpicking auf Nylonsaiten.Insgesamt ein voller, angenehmer Klang, der in seiner Sparsamkeit Blooms blumig-folkige Songs besser zur Geltung bringt als jegliche instrumentale Überfrachtung."Water Ballerina", auf dem Album zu populistischem Mainstream-Folk zerkitscht, wird im Konzert zu einem hübschen Höhepunkt.Das Publikum, eine überschaubare, aber ergebene Fangemeinde, die mindestens zur Hälfte aus irischen Landsleuten Blooms besteht, begrüßt jeden Song mit Enthusiasmus.Und schließlich gibt es doch noch Chöre, aber die kommen aus dem Publikum.Alle singen mit.Alle haben Spaß.Ganz offensichtlich auch der Sänger selbst.Nach zwei Stunden angenehmer Unterhaltung wirft Bloom Blumen in den Saal und nimmt sein Handtuch.

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