Kultur : ZURÜCK - POP

SUSANNE MESSMER

Da stehen sie, auf der Bühne des kochendheißen Roten Salons, in sich selbst und in ihrer Musik versunken - mit entspannten Gesichtern.Ihre Musik ist zum Abtauchen: kompliziert-nachdenklich und entspannt-humorvoll zugleich.Es plätschert easy vor sich hin, kleine Melodien schleichen sich ein, werden zum roten Faden, ohne sich zum Zentrum des Songs aufzuspielen.Denn schon kreuzen sie sich mit einem ironischen Zitat, der Melodie der Zugansage auf dem Bahnsteig zum Beispiel.Oder sie werden abgebrochen, es stoppt und stolpert, sie wechseln die Tonart oder werden von einem anderen, noch viel schöneren Akkord in den Hintergrund gedrängt.Es ist eine Musik, die voller sympathischer Selbstzweifel und produktiver Widersprüche steckt, die das Münchener Musikkollektiv FSK da austüftelt und irgendwie auch locker aus dem Ärmel schüttelt.Man singt abwechselnd, keiner kommt zu kurz.Thomas Meinecke, der vor kurzem einen Gedankenroman darüber geschrieben hat, wie die Theorie von Geschlechterkampf und Körperpolitik mit der Kunst des Erzählens zusammengeht, spielt heute einfach nur seine elektrische Lap Steel Guitar.Und demonstriert damit, wie Groove und Beweglichkeit mit Montage und Ideenreichtum auch in seiner Musik zusammengehören.Oder, in den Worten von FSK selbst: "Move your head and your ass will follow" - einer der ältesten Songs der inzwischen neunzehnjährigen Band.Sonst halten sie sich überwiegend an ihre aktuelle CD vom letzten Jahr, "Tel Aviv", an Stücke, die um das Abmontieren von Parkbänken in der Taunus-Anlage in Frankfurt-Hoechst keisen, um das Leben im Odenwald und das Ich als Text.

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