Kultur : ZURÜCK - THEATER

TOM HEITHOFF

Schüler sein heißt leiden.Eltern nerven immer.Auch die Liebe scheint nur dazusein, um zu quälen.Schule sowieso.Wenn jedoch der Unterricht einmal ins Theater verlegt wird, wenn man, anstatt englische Vokabeln vor sich hinzustottern, einfach mal zuhören darf, dann dürfte die Schule - wenigstens der Englischlehrer - Pluspunkte sammeln.Das englischsprachige Kinder- und Jugendtheater Platypus zeigt mit "Fossils" von Manuel Aston, daß Theater nicht allein deshalb Spaß macht, weil man nicht in die Schule muß.Mit viel Witz und Feingefühl werden die alles beherrschenden Themen zu einer rundum gelungenen Theaterstunde verschmolzen.Im Zentrum die Eltern: Franky wird von seiner überbesorgten Mutter schier erdrückt.Julie muß sonntags um sieben mit ihren spießigen Eltern wandern gehen.Ihr Vater fängt an zu stottern, wenn sie ihn um Rat fragt, und schraubt lieber weiter an seinem Haus herum.Michelles Eltern hingegen sind modern.Das heißt: sie haben keine Zeit.Der Vater muß ständig telefonieren, und die Mutter pflegt die Eitelkeit einer überkandidelten Blondine.Aber Eltern sind nicht alles.Klar, daß die drei zusammenkommen, und prompt brennen zwei Herzen lichterloh.Mit Leichtigkeit und Spielfreude springen Nicola Ransom, Ilya Parenteau und Frank Brückner (unter der Regie von Peter Scollin) zwischen insgesamt zehn Rollen hin und her.Wie sie die Figuren karikieren und dennoch ernst nehmen, ist sehenswert.Daß man nebenbei noch sein Englisch vertieft, vergißt man fast.Nicht nur Englischlehrer (der 6.-9.Klassen) dürfen unter 61 40 19 20 reservieren (nächste Termine 21./22.12.im Podewil, 18.bis 21.1.im FEZ Wuhlheide, jeweils 11 Uhr).

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