Kultur : ZURÜCK - THEATER

JOSEFINE JANERT

Ein jüdisches Märchen berichtet, daß sich die Engel einmal mit irdischen Frauen verheirateten.Die Mädchen waren so schön, daß die himmlischen Wesen ihre Augen nicht von ihnen lassen konnten.Darauf folgte natürlich ein Desaster: Aus der unglücklichen Verbindung zwischen himmlischen und menschlichen Wesen entstanden Riesen, die nach und nach immer mehr Tiere fraßen, sich gegenseitig bekriegten und dabei die Erde verwüsteten.Dann kam die Sintflut und ertränkte alles Böse.Diese und andere jüdische Legenden und Mythen erzählte die Sängerin Jalda Rebling im Hackeschen Hoftheater.Zur Gitarrenbegleitung von Hans-Werner Apel sang sie, gefühlvoll und mit warmer Stimme, traditionelle Lieder.Da ist zum Beispiel die Geschichte des Mannes, der einen Brief an einen Rabbi sendet und sich über seine schlechten Geschäfte und die Unpäßlichkeit seiner Frau beklagt.Dann hilft ihm Gott, und alles wird gut, und der Mann hat noch einmal einen Anlaß, an den Rabbi zu schreiben und seine Freude auszudrücken.Ein anderer Mann unterhält sich mit seinem Pferd.Warum, fragt er, hast du solche Angst vor meiner Peitsche? Du bist doch so groß und frißt immerzu, wieviel man dir auch gibt? Und das Pferd antwortet: Warum hast du solche Angst vor deiner Frau? Bei solchen Texten, die wie ein Zwiegespräch zwischen den handelnden Personen aufgebaut sind, konnte Rebling ihre schauspielerischen Fähigkeiten gut zur Geltung bringen.Sie schlüpfte mal in die eine, mal in die andere Rolle und unterstrich den heiteren Grundton vieler Lieder.Doch für die unkundigen Zuschauer hätte sie etwas mehr über den Hintergrund der Legenden berichten sollen.Der Abend "Lieder und Geschichten" wird im April wiederholt.

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