Kultur : ZURÜCK - THEATER

SUSANNA NIEDER

Adonis liebt Venus nicht.Da kann sie betteln und schmeicheln, weinen und klammern - er will den wilden Eber jagen und basta.So sehr sie leidet, ist die Liebe zu diesem Zeitpunkt doch eigentlich ein Spiel.Die Leichtigkeit geht erst verloren, als der Eber Adonis tötet.In Wut und Verzweiflung verfügt die Liebesgöttin, daß Liebe nun auf immer mit Schmerz verbunden sein wird.Aus dieser Version der griechischen Sage entstand William Shakespeares langes Poem "Venus and Adonis".Wer es vorträgt, muß nicht nur verführerische Venus, unwilliger Adonis und ironischer Erzähler in einem sein, sondern auch den Bogen vom spielerischen Werben zur Totenklage schlagen.Das erstere gelingt Barbara Geiger bei den Friends Of Italian Opera mühelos.Schnell und biegsam schlüpft sie von einer Rolle in die andere, ist mal androgyner Junge, mal lauthals die eigenen Reize propagierende Frau.Doch nichts wird angedeutet oder zurückgehalten.Aber was nicht angelegt ist, kann nicht zum Ausbruch kommen.So bleibt schließlich auch die Wendung ins Tragische an der Oberfläche: Ein ausdrucksvolles Bild der Tragödie, doch nicht die Tragödie selber.

3.bis 6.und 10.bis 13.Juni jeweils 20 Uhr

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