Kultur : ZURÜCK - Verzaubert

CHRISTINA TILMANN

Weihnachten ist Märchenzeit.Und "Cinderella" nach Motiven von Rossinis "Cenerentola" beweist, daß Samtvorhänge, Sternenkugeln und Zaubertricks Kinder zu fesseln vermögen, auch wenn die Musik zunächst unvertraut erscheint.Dabei bietet der "Cinderella"-Remix, den Claus Swienty und Barbara Hass vor zehn Jahren in Hamburg aus Rossinis Oper destillierten, eine ideale Einführung in die klassische Opernwelt: Eingängige, leicht verständliche deutsche Reimstrophen, simple, schwungvolle Melodiebögen bis hin zur dramatischen Gewittermusik.Das Quartett aus Violine, Flöte, Cello und Klavier interpretiert sie temperamentvoll und entschieden, auch wenn die Aufmerksamkeit der Kinder zwischenzeitlich etwas nachläßt.Viele der Fünf- bis Achtjährigen können kaum über die Lehnen der Vordersitze hinwegsehen, wenn im gut gefüllten Kleinen Saal des Schauspielhauses am Gendarmenmarkt die altbekannte Geschichte vom "Aschenputtel" über die Bühne geht (wieder heute, 14.30 und 17 Uhr, Do, 11 Uhr, Fr bis So, 14.30 und 17 Uhr).Die Produktion von Heidi und Klaus Kirbach ist so erfolgreich, daß sie 1996 vom Musikclub in den größeren Rahmen des "Kleinen Saals" verlegt wurde.Hans-Georg Priese ist der Zauberer Alidoro, der die Rolle des Cicerone übernimmt und die kleinen Zuhörer durch die Vorstellung führt.Spätestens, wenn sich die zwei bösen Schwestern Clorinda (Peggy Steiner) und Tisbe (Corinna Porr) im Streit um den Prinzen (etwas blaß: Frank Szafranski) in den Haaren liegen, haben sie die Zuschauer gewonnen.Cinderella, der Marta Rozsas weicher Mezzosopran die himmlische Sanftheit der braven Tochter gibt, setzt sich mit ihren getragenen Klagen schwerer durch.Der Star des Abends aber ist Bernd Zettisch als Cinderellas Stiefvater Magnifico: Dick, gemütlich, mit sonorem Baß und polterndem Witz versucht er, auf bequemem Mittelweg auf seine Kosten zu kommen.

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