Kultur : Zwei Damen und ihr Dynamit

„Bandidas“ mit Penélope Cruz und Salma Hayek

Martin Schwickert

Der französische Regisseur und Produzent Luc Besson („Nikita“) ist bekannt dafür, dass er seine Filme gerne um gut aussehende Schauspielerinnen herumdrapiert. Dabei ist er oft so geblendet von der Schönheit seiner Darstellerinnen, dass er ganz vergisst, ihnen etwas Sinnvolles zu tun zu geben. Gerade erst hat Besson als Regisseur mit „Angel-A“ um das Gucci-Model Rie Rasmussen ein Männerfantasiegemälde entworfen. Nun bringt er als Produzent von „Bandidas“ mit Salma Hayek und Penélope Cruz die beiden wichtigsten Hispano-Diven vor der Kamera zusammen. Der Film allerdings lässt sich als Billig-Remake von Louis Malles „Viva Maria!“ (1965) lesen. In der Wildwest-Persiflage hatten Brigitte Bardot und Jeanne Moreau – damals die wichtigsten weiblichen Ikonen des französischen Kinos – mit Dekolletés und Dynamit die mexikanische Revolution angefeuert.

Von dem anarchistischen Charme und den zeitgeschichtlichen Querverweisen ist bei „Bandidas“ allerdings nichts mehr übrig geblieben. Penélope Cruz ist in der Rolle der einfältigen Bauerntochter zu sehen, deren Farm von ruchlosen US-Eisenbahn-Spekulanten konfisziert wird. Salma Hayek spielt die wohlerzogene, in Europa ausgebildete Tochter eines mexikanischen Bankiers, der von denselben Finstermännern ermordet wird. Die beiden Frauen tun sich zusammen, um die New Yorker „Bank of Trust“, die hinter den blutigen Geschäften steht, durch Banküberfälle in die Knie zwingen.

Sam Shepard gibt den pensionierten Bankräuber, der die Frauen den Umgang mit Waffe und Dynamit lehrt, und Steve Zahn wird den Prärieludern beigestellt, um den umherschwirrenden doppelten Sexappeal in geordnete Bahnen zu lenken. Auch wenn man Cruz und Hayek den Spaß an der Sache deutlich anmerkt, zu kryptisch ist das Drehbuch, das im Malen-nach-Zahlen-Verfahren die Western- Motive aneinanderreiht, zu einfältig die Regie der beiden norwegischen Werbefilmer Joachim Roenning und Espen Sandberg. Einzig Kameramann Thierry Arbogast steht auf der visuellen Ebene für ein wenig Stil und sorgt dafür, dass das unterforderte Damenduo dekorativ ins rechte Licht gerückt wird.

In 13 Berliner Kinos, OV im Cinestar Sony-Center

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