Zweifelhafte Auszeichnung : Russischer Geheimdienst lobt Kulturpreise aus

Der russische Inlandsgeheimdienst FSB will wie sein sowjetischer Vorgänger KGB das schlechte Image mit Hilfe von Kulturpreisen aufbessern.

Moskau - Für die positive Darstellung von Geheimdienstlern in Literatur, Kino, Fernsehen oder bildender Kunst sollten die Künstler ein Preisgeld von 100.000 Rubel (2950 Euro) erhalten, berichtete die Moskauer Zeitung «Kommersant» am Dienstag. «Im Kino, in Fernsehserien und Krimis wird immer häufiger ein negatives Bild der Mitarbeiter der Staatssicherheit gezeichnet, deshalb haben wir beschlossen, diesen Wettbewerb wieder aufleben zu lasen, sagte FSB-Sprecher Oleg Matwejew.

Der sowjetische KGB hatte diesen Angaben nach von 1978 bis 1988 Kulturpreise verliehen. «Es gab viele KGB-Prämien, die oft ehrenwerte Leute in eine peinliche Lage brachten», bestätigte der Schriftsteller und frühere Dissident Wassili Aksjonow in «Kommersant». «Man arbeitet und arbeitet und, batz, bekommt man einen Preis vom KGB. Und das muss man dann seiner Umgebung erklären.» Die Preisträger des FSB-Preises werden am 20. Dezember bekannt gegeben. (tso/dpa)

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