Kultur : Zwischen Dub-Reggae und Bossa Nova

amen

Mit einem Orchester haben Orchester in der Popmusik nichts zu tun. Schon das Turntable Orchestra vor einigen Jahren bestand aus einem DJ, und hinter dem Peace Orchestra steht auch nur ein Mann. Peter Kruder, der ansonsten mit seinem Freund Richard Dorfmeister auftritt. Kruder beweist auf "Peace Orchestra" (G-Stone/Zomba), wie man einen Hype überleben kann: In jedem Fall unbeirrt weiterarbeiten an den eigenen Vorstellungen von Musik und nicht glauben, unbedingt einen Hit produzieren zu müssen. Seine Vorstellungen bewegen sich zwischen Dub-Reggae und Bossa Nova, eingespielt hat Kruder die Platte wie ein Jazzmusiker mit Bass und Klarinette. Das verleiht dem "Peace Orchestra" eine Art Orchester-Gefühl: Instrumente tauchen da nur einige Takte lang auf und verschwinden dann wieder für die nächste Viertelstunde. Der Sound des G-Stone-Labels von Kruder & Dorfmeister verändert sich. Die Nebelwolken des Kiffersounds Dub verziehen sich, die Lieder klingen klarer, so als ob die Sonne von draußen ins Studio scheinen würde. "Shining", die erste Single, zeigt das am deutlichsten. Kruder lässt sein Orchester zuerst eine eingängige Melodie spielen, dann hören wir die Frauenstimme der Sängerin Chilli Bukasa, und sie klingt wie ein geöffnetes Fenster: Ah, frische Luft!

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