Kultur : Zwischen Tiergarten und Taschkent

ARCHITEKTUR

Jürgen Tietz

Filigrane Alabasterschnitzereien mit floral-geometrischen Mustern, handwerkliche Meisterleistungen auf höchstem Niveau – das sind „Gantsch“. Zu bewundern sind diese traditionellen Ornamente im Festsaal der Usbekischen Botschaft in Berlin. Das Haus in der Perleberger Straße ist ein Ort mit bewegter Geschichte, die jetzt in dem von Philipp Meuser herausgegebenen Buch „Die Usbekische Botschaft in Berlin“ (Verlagshaus Braun, Berlin 2003, 19,90 €) dokumentiert wird - rechtzeitig zum zehnjährigen Jubiläum der Städtepartnerschaft zwischen Berlin und Taschkent. 1879/81 als Offizierskasino errichtet und in den 30er Jahren um einen Veranstaltungssaal erweitert, verlor der rot-gelbe Backsteinbau nach 1945 seine militärische Nutzung. Er wurde zum „Volkshaus Tiergarten“, später zum legendären „Ballhaus Tiergarten“. Doch seit dem Ende der Achtziger stand das Gebäude leer.

Mit seiner Einweihung durch den usbekischen Staatspräsident Islam A. Karimov am 3. April 2001 feierte das alte Ballhaus seine Auferstehung als neue Botschaft samt Kulturzentrum. Das denkmalgeschützte Gebäude war nicht nur restauriert, sondern zugleich um Elemente traditioneller usbekischer Architektur zu einem „Stammhaus der Völkerverständigung“ ergänzt worden, so Hans Wolfgang Hoffmann in seinem Essay . Zusätzlich zu den Vorworten von Staatspräsident Karimov sowie des deutschen Innenministers Otto Schily beleuchtet Cornelia Dörries die Geschichte des Ortes, während Philipp Meuser sich auf die Spur von „Modernem Erbe und islamischer Tradition“ in der usbekischen Architektur begibt.

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