Kultur : Zwischen Winterschlaf und Frühlingserwachen

Ulrike Jagla-Blankenburg

Gemeinsam ist man stark, heißt es. Eine Devise die Erfolg verspricht, vorausgesetzt, alle Beteiligten sind im Einklang mit den angestrebten Ergebnissen. Die KölnMesse, wie auch das Gros der Aussteller, zeigt sich zufrieden mit dem diesjährigen "Dreierpack" in der Zusammenlegung von Kunst Köln, der Westdeutschen Kunstmesse sowie der Antiquariatsmesse Köln, zumindest was die Besucherzahlen betrifft. Bereits nach drei Tagen hatte die Antiquariatsmesse 22 000 Besucher und die Kunst Köln an ihrem letzten Tag 28 000 Besucher zu verzeichnen. Die Kunst Messe Köln, für die es noch bis Sonntag weitergeht, ist ebenfalls zufrieden. Damit traf der erwünschte Synergieeffekt ein, und der geneigte Besucher hatte reichlich Gelegenheit, sich umfassend zu informieren. Dafür sorgte auch das reiche Angebot an Sonderschauen und Preisen, wie dem mit 10 000 Euro dotierten "art+print award" für die besten Kunst- und Museumspublikationen, den sich die Kunstwerke Berlin und der Heidelberger Kunstverein teilen.

Die Bewertung des Kaufinteresses fiel seitens der Aussteller dagegen sehr unterschiedlich aus. Im Bereich der Fotografie war die Resonanz von Käufern auf der Kunst Köln eher zögerlich. Galerist Heinz Holtmann, der neben Polkes hochdotierten "Scherenschnitten" auch Fotoarbeiten von Jürgen Klauke verkaufte, führt die spürbare Zurückhaltung auf die weltpolitische Krisenstimmung und die europäische Währungsumstellung zurück. Junge, speziell auf Fotografie ausgerichtete Aussteller wie der Kölner Galerist Thomas Rehbein vermissten das fachkundige Publikum. Ernst Hilger aus Wien wie auch der Kölner Galerist Maximilian Krips, räumen der KunstKöln und ihrem "Viersäulen-Konzept" (Editionen, Art Brut, Fotografie, zeitgenössische Kunst) noch eine Anlaufzeit ein. Ulrich Hobbeling, Vorsitzender des Verbands Deutscher Antiquare, resümiert zwar eine gute Durchmischung des Publikums, betonte aber eine spürbare Zurückhaltung der Käufer im Hochpreissegment. Neben einigen wenigen Spitzenverkäufen bewegte sich das Gros im Preisbereich bis 1000 Euro. Bei Beck & Eggeling, International Fine Art in Düsseldorf, bewertet man das Kölner Konzept der Zusammenlegung als nötige Marketing-Strategie, sieht darin aber kein Rezept zur Erweiterung des Marktes für Alte Kunst und Kunsthandwerk.

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