Kulturarbeit : Lehmann soll Präsident des Goethe-Instituts werden

Das Präsidium des Goethe-Instituts hat sich einstimmig für Klaus-Dieter Lehmann als neuen Präsidenten des Institus ausgesprochen. Er soll Anfang nächsten Jahres das Amt von Jutta Limbach übernehmen.

Klaus-Dieter Lehmann
Der scheidende Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz soll an die Spitze des Goethe-Instituts rücken. -Foto: dpa

BerlinDer scheidende Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz in Berlin, Klaus-Dieter Lehmann, soll neuer Präsident des Goethe-Instituts werden. Das teilte Lehmann heute in Berlin mit. Darüber habe sich das Präsidium des Goethe-Instituts zur Vermittlung deutscher Kultur im Ausland in seiner Sitzung am Donnerstag einstimmig verständigt. Lehmann bestätigte damit einen Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung".

Danach soll der 67-Jährige am 1. März 2008 unmittelbar nach seinem Ausscheiden aus dem Berliner Amt die Nachfolge von Jutta Limbach antreten. Die frühere Präsidentin des Bundesverfassungsgerichts steht seit 2002 an der Spitze des zuvor von Hilmar Hoffmann geleiteten Goethe-Instituts. Lehmann wirkt seit 1999 an der Spitze der größten deutschen Kulturinstitution in Berlin mit 17 Museen und der Staatsbibliothek. Zuvor war er Generaldirektor der Deutschen Bibliothek in Frankfurt am Main.

Vorsitz über die Reform des Goethe-Instituts

Laut Lehmann hat sich das Präsidium des Goethe-Instituts am Donnerstag in München einstimmig über den Wechsel verständigt. Der Berufung muss noch Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) zustimmen. Steinmeier hatte am Donnerstag in einem Leitartikel der Zeitschrift des Deutschen Kulturrates eine umfassende Reform der deutschen Auswärtigen Kulturpolitik angekündigt. Dazu gehöre auch die "finanzielle Trendwende" beim Goethe-Institut, das in den vergangenen Jahren schmerzhafte Einschnitte im Etat hatte hinnehmen müssen.

Am Donnerstag war auch ein umfangreiches Reformkonzept zur Dezentralisierung des Goethe-Instituts beschlossen worden, wogegen sich Proteste der Beschäftigten erhoben hatten. Unter anderem ist ein Abbau von 50 Stellen der insgesamt 270 Arbeitsplätze in der Zentrale in München geplant. Das Goethe-Institut mit seinen weltweit 142 Einrichtungen in 81 Staaten wendet jährlich rund 250 Millionen Euro auf. Rund 165 Millionen Euro kommen davon vom Auswärtigen Amt. Der übrige Teil wird durch Einnahmen, etwa Gebühren für Sprachkurse, Kulturveranstaltungen und durch Sponsoring gedeckt. (mit dpa)