Kunst : Documenta 12 ist offiziell eröffnet

Bundespräsident Horst Köhler hat die documenta 12 eröffnet. Es werden mindestens 650.000 Besucher erwartet. Zu sehen sind insgesamt 520 Arbeiten von 113 Künstlern.

Documenta 12
Bundespraesident Horst Köhler mit der Kuratorin der documenta 12, Ruth Noack in der Mitte. -Foto: ddp

KasselBundespräsident Horst Köhler hat in Kassel die documenta 12 offiziell eröffnet. Auch Hessens Ministerpräsident Roland Koch (CDU) besichtigte die weltgrößte Ausstellung für zeitgenössische Kunst am Vormittag. Der Start des Kunstspektakels in der nordhessischen Stadt war bereits am Freitagabend mit einem Bürgerfest im Bergpark von Schloss Wilhelmshöhe gefeiert worden.

Die documenta 12 läuft bis 23. September. Zu sehen sind mehr als 520 Arbeiten von 113 Künstlern und Künstlergruppen aus aller Welt. Mindestens 650.000 Besucher - so viele waren es bei der Vorgängerschau 2002 - werden erwartet.

China mit sieben Künstlern vertreten

Die von Roger M. Buergel geleitete Kunstschau zeigt fast ausschließlich Werke von Künstlern, die hierzulande noch unbekannt sind. Mehr als die Hälfte der documenta-Teilnehmer stammt aus Regionen, die bei den bisherigen elf Kasseler Weltkunstausstellungen unterrepräsentiert waren: Osteuropa, Asien, Afrika und Südamerika. Allein China ist mit sieben Künstlern vertreten.

Zu den spektakulärsten Arbeiten gehört das Projekt "Fairytale" von Ai Weiwei, der 1001 Chinesen zur documenta reisen lässt und ihre Erfahrungen sammeln will. Vor Schloss Wilhelmshöhe legt Sakarin Krue-On aus Thailand Reisfelder an. Der Österreicher Peter Friedl zeigt eine ausgestopfte Giraffe, die in einem Zoo in Palästina lebte und zum Opfer des Nahostkonflikts wurde. In einer Straßenbahn der Linie 4 ist eine Soundinstallation des russischen Künstlers Kirill Preobrazhenskiy zu hören.

Die Ausstellung verteilt sich auf fünf Hauptstandorte in Kassel. Außerdem ist das Restaurant "elBulli" des spanischen Starkochs Ferran Adrià in Roses bei Barcelona zur Außenstelle der documenta ernannt worden. Jeden Tag will Kurator Buergel zwei willkürlich ausgewählte Ausstellungsbesucher nach Spanien schicken, damit sie die Erfahrung der "Molekularküche" des Avantgarde-Kochs machen können. (mit ddp)