Kunstmarkt : Bacon und Koons bescheren Sotheby's Rekordauktion

316 Millionen Dollar Einnahmen - das ist Rekord. Spitzenpreise für die zeitgenössischen Künstler Francis Bacon und Jeff Koons haben dem New Yorker Auktionshaus Sotheby's die spektakulärste Versteigerung seiner 263-jährigen Geschichte beschert.

Francis Bacon
Einem Bieter 46 Millionen Dollar wert: Francis Bacons Stierkampfgemälde. -Foto: AFP

New YorkVor der Rekordauktion hatten die Schätzungen mit 220 bis 300 Millionen Dollar noch deutlich niedriger gelegen. Erst in der vergangenen Woche hatte das Traditionshaus bei der Versteigerung impressionistischer und moderner Kunst eine herbe Schlappe einstecken müssen. Mit rund 270 Millionen Dollar bleiben die Einnahmen weit hinter den Prognosen zurück, ein mit hochfliegenden Erwartungen verbundener van Gogh fand gar keinen Käufer.

Doch bei der gestrigen Rekordauktion zeigten sich die Bieter äußerst kauffreudig: Absoluter Spitzenreiter war der irische Künstler Francis Bacon (1909-1992). Sein Stierkampfgemälde "Second Version of Study for Bullfight Nr. 1" aus dem Jahr 1969 ging für 46 Millionen Dollar an einen amerikanischen Kunsthändler. Bacons Selbstporträt aus dem gleichen Jahr brachte 33 Millionen Dollar - etwa das Doppelte des Schätzpreises.

23,6 Millionen Dollar für "Hängendes Herz"

Das "Hängende Herz" des amerikanischen Künstlers Jeff Koons (geboren 1955) fand für einen Rekordpreis von 23,6 Millionen Dollar einen neuen Liebhaber. Das ist Sotheby's zufolge der höchste Preis, der je bei einer Auktion für das Werk eines lebenden Künstlers gezahlt wurde. Das riesige, rotschimmernde Herz an einer goldenen Schleife ist über 2,50 Meter groß und wiegt mehr als 1500 Kilo. Von der Konzeption bis zu Fertigstellung dauerte es zehn Jahre.

Weitere gute Ergebnisse gab es für ein Selbstporträt von Andy Warhol (12,4 Millionen Dollar), eine Farbkomposition ohne Titel von Mark Rothko (12 Millionen) sowie das "Abstrakte Gemälde (596)" des deutschen Künstlers Gerhard Richter (9,8 Millionen).

Krise im Kunstgeschäft: Fehlanzeige

Wie schon beim Erzrivalen Christies am Vortag (325 Millionen Dollar Gesamteinnahmen) gab es damit keinerlei Anzeichen, dass die Krise am Kreditmarkt auch beim lukrativen Kunstgeschäft für einen Einbruch sorgen könne. Zudem bewiesen die diesjährigen Herbstversteigerungen in New York nach Einschätzung von Experten erneut, dass nach dem Run auf impressionistische Kunst jetzt immer mehr Gegenwartsarbeiten ins Zentrum des Interesses rücken. "Die heutigen Ergebnisse zeigen den Hunger, den die internationale Bietergemeinschaft auf zeitgenössische Kunst in höchster Qualität hat", befand Sotheby's Chef-Auktionator Tobias Meyer. (mit dpa)