Kurden-Konflikt : USA fordern Stopp der PKK-Aktionen

Nach den blutigen Zusammenstößen kurdischer Rebellen und türkischer Truppen fordern die USA und Großbritannien von der irakischen Führung sofortige Schritte zur Eindämmung der PKK-Angriffe. Unklarheit herrschte über eine angekündigte Waffenruhe der kurdischen Rebellen.

Istanbul/Bagdad/Washington Neben der diplomatischen Offensive im Irak sagten beide Seiten den Ländern verstärkte Unterstützung bei den Bemühungen um eine Beendigung der Gewalt durch Angehörige der kurdischen Arbeiterpartei PKK zu. Derweilen herrschte Unklarheit über eine von kurdischen Rebellen angekündigte Waffenruhe an der irakisch-türkischen Grenze. Zuvor waren bei den Kämpfen am Wochenende 46 Menschen getötet worden.

"Wir verurteilen die jüngsten Attacken der PKK-Terroristen", hieß es in einer Erklärung, die US-Außenministerin Condolezza Rice und ihr britscher Amtskollege David Miliband am Montagabend nach Gesprächen in Washington veröffentlichten. Sie forderten von Bagdad, dass die irakische Führung und die kurdische Regionalregierung unverzügliche Maßnahmen zum Stopp der PKK-Aktionen vom irakischen Territorium aus unternähmen. "Zu einer Zeit, da wir wirkliche Fortschritte bei der Sicherheit im Irak und Bemühungen zur Förderung des Friedens in der Region sehen, muss die irakische Regierung ihre Verpflichtung zur regionalen Stabilität demonstrieren", heißt es. Auch das Weiße Haus rief die irakische Führung zum Durchgreifen gegen kurdische Rebellen auf. Dazu sagte der Sprecher des Weißen Hauses, Tony Fratto, die USA wollten "rasche Maßnahmen" sehen.

Im Irak berichtete Präsident Dschalal Talabani, die PKK habe für Montagabend eine einseitige Waffenruhe angekündigt. Kurz darauf verknüpfte die PKK dies jedoch mit der Forderung, die türkische Armee müsse umgehend ihre Artillerieüberfälle auf PKK-Stellungen einstellen. Aus der Region lagen in der Nacht vorerst keine Berichte vor, ob die Waffenruhe tatsächlich eingehalten wurde.

Der türkische Außenminister Ali Babacan fliegt noch am Dienstag zu Krisengesprächen nach Bagdad. Er wolle mit der irakischen Führung "alle diplomatischen und politischen Möglichkeiten ausschöpfen", um die Krise an der türkisch-irakischen Grenze zu beenden, wurde Babacan am Rande seines Kuwait-Besuchs vom arabischen Sender Al-Dschasira zitiert. Unter anderem wollte er mit Talabani zusammentreffen. Babacan warnte jedoch, dass Ankara "nicht zögern" werde, die kurdischen Rebellen über die Grenze hinweg anzugreifen, sollten die friedlichen Bemühungen um eine Lösung scheitern.(mit dpa)