Kurden : USA gegen türkische Militäraktionen im Nordirak

Die türkische Regierung hat die Verfolgung von Kurden auf nordirakisches Gebiet offiziell erlaubt. Nun warnte die USA: Militäraktionen würden nicht zur Lösung des Konfliktes beitragen. Es würde eher die Stabilität im Nordirak gefährden.

Washington/Istanbul Die US-Regierung hat die Regierung in Ankara vor Militäraktionen gegen kurdische Rebellen im Nordirak gewarnt. Dies würde nicht zu einer Lösung des Problems führen, sagte der Sprecher des Außenministeriums, Sean McCormack. Er reagierte damit auf den jüngsten Beschluss der Regierung von Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan, kurdische Rebellen über die Grenze in das Nachbarland zu verfolgen. Bei Angriffen der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei (PKK) waren in den vergangenen Tagen im Südosten der Türkei insgesamt 15 türkische Soldaten getötet worden.

"Unserer Meinung nach würde es nicht zu einer dauerhaften Lösung führen, wenn es größere militärische Einmärsche aus der Türkei in den Irak geben würde", sagte McCormack. Wie in Washington verlautete, fürchten die US-Regierung und die Führung in Bagdad, dass türkische Angriffe im Irak die Lage in der vergleichsweise stabilen Region im Nordirak gefährden könnten.

Türkei wirft USA vor die Kurden zu unterstützen

Nach den Überfällen der PKK hatte das Sicherheitskabinett in Ankara Einsätze gegen kurdische Rebellen im Nordirak erlaubt. Die nötigen Befehle für einen Kampf gegen Terroristen auch über die Staatsgrenzen hinweg seien gegeben worden, teilte die Regierung nach einem Treffen mit Armeeoffizieren und Geheimdienstchefs mit. Der türkische Verteidigungsminister Vecdi Gönül sagte, Militäroffensiven der türkischen Armee im Irak bedürften auch künftig einer Erlaubnis, die Verfolgung von Angreifern in das Nachbarland aber nicht.

Erdogan hatte nach dem jüngsten Rebellenangriff ein schärferes Vorgehen gegen die PKK angekündigt. Die türkische Regierung wirft den USA vor, nichts gegen PKK-Stützpunkte im Nordirak zu unternehmen. Die PKK, die seit fast 30 Jahren für mehr Autonomie in den Kurdengebieten kämpft, wird von den USA und der EU als terroristische Vereinigung angesehen. (mit dpa)