Der Tagesspiegel : Kurs auf die Insel: Tropenhalle soll vor Weihnachten fertig sein

Claus-Dieter Steyer

Brand - Der ursprünglich geplante Eröffnungstermin ist bereits verstrichen. Ein Richtfest wurde mehrfach verschoben, dann gänzlich abgesagt. Nun aber läuft die Uhr für den Umbau der früheren Cargolifter-Halle zum Tropenparadies ab: Seit gestern zeigt eine große Digitaluhr die verbleibende Zeit bis zum 19. Dezember an. In 60 Tagen sollen sich die Türen für die Erlebniswelt „Tropical Islands Resort Berlin-Brandenburg“ öffnen. Bis dahin sollen 250 Bauleute von 30 Firmen eine künstliche Bade- und Dschungellandschaft schaffen. „Die schaffen das“, sagte der aus Malaysia stammende Investor Colin Au.

„Tropical Islands“ – statt wie bisher von einer tropischen Insel ist nun also von „Inseln“ die Rede. Damit wird an die Idee der Kreuzfahrtschiffe angeknüpft, mit denen Colin Au einen Großteil seines Vermögens verdient haben soll. Wie der Gast einer Kreuzfahrt soll der Besucher der bis zu 35 Grad Celsius warmen Halle an verschiedenen „Inseln“ anlanden: in Bali, Samoa, Borneo, am Amazonas oder in Afrika. Jede Region erhält bis Dezember ein typisches Haus, das regionale Speisen, Getränke und Kultur bietet.

Etwas überraschend vermied es Colin Au gestern, weiterhin die Zahl von drei Millionen Gästen im Jahr zu nennen. Er sprach nur von einem „großen Andrang“, den er vor allem in den ersten Jahren erwarte. Dabei setzt Au keineswegs bloß auf die Bewohner in der Region. „Wir werden die Passagierzahlen auf dem nur 30 Kilometer entfernten Flughafen Schönefeld beträchtlich erhöhen“, sagte er. Nicht zuletzt deshalb habe er sich für den Namenszusatz „Berlin-Brandenburg“ entschieden. Schließlich werde so auch der künftige Großflughafen heißen.

Die Eintrittspreise für die ganzjährig und rund um die Uhr geöffnete Halle sollen für Erwachsene zwischen fünf und 18 Euro liegen – je nach Tageszeit. Kinder zahlen die Hälfte. Eine Familienkarte kostet 25 Euro. Ein Drei-Gang-Menü während der Abendshows kostet 20 Euro.

Die An- und Abfahrt zu „Tropical Islands“ wird sich allerdings anfangs nicht ganz einfach gestalten. Zwischen der Autobahnabfahrt Staakow und der Zufahrt zur Halle müssen Autofahrer eine Eisenbahnlinie überqueren. Die Schranken schließen mehrmals pro Stunde. „Wir hoffen auf die Fertigstellung einer Straßenbrücke im Herbst nächsten Jahres“, sagte Landrat Hartmut Wille. Noch in diesem Jahr solle Baustart sein. Die Kosten trage das Land.

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