Der Tagesspiegel : Kurzmeldungen

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Politik ist nicht nur, was Landtag und Kabinett beschließen, sondern auch, was auf den Fluren getuschelt wird. Jeden Sonntag bringt der Tagesspiegel deshalb einen Blick hinter die Kulissen von Brandenburg.

CDU-Landeschef und Innenminister Jörg Schönbohm, bekannt für seine flotten Sprüche, erreichte diese Woche über Handy ein ironisches Echo: Die Frauenstimme, die sich meldete, sagte nur: „Hier spricht die Putzfrau, ich grüße meinen Wachmann.“ Es war die CDU-Bundes- und Fraktionsvorsitzende Angela Merkel. Sie spielte auf einen typischen Spruch von Schönbohm an, der nach der CDU-Präsidiumssitzung am Montag zum Strategiestreit in der Union erklärt hatte: Man habe sich geeinigt. „Frau Merkel putzt das konservative Tafelsilber, und ich passe auf, dass es im Schaufenster bleibt.“ Merkel sei nicht beleidigt gewesen, sondern habe seine bildhafte Aussage „ganz witzig“ gefunden, kommentierte Schönbohm.

Zwischen Innenminister Schönbohm und Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) scheint es hingegen nicht ganz so witzig zuzugehen. Im Umfeld Schönbohms jedenfalls meinen manche, dass der 65-jährige General „noch nicht das richtige Verhältnis“ zu dem 49-jährigen Regierungschef gefunden habe. Leute, die Schönbohm gut kennen, geben als Grund an, dass er den Jüngeren wohl unterschätzt habe und sich jetzt erst an seinen manchmal harten Führungsstil gewöhnen müsse.

Finanzministerin Dagmar Ziegler (SPD) soll jüngst auf die Frage, wann die Chipfabrik produzieren werde, geantwortet haben: „Welche Chipfabrik? Es gibt nur eine Bodenplatte.“ Daraus spricht die Sorge, dass das Projekt noch scheitern könne. Denn das benötigte Fremdkapital ist nach Angaben der Communicant AG, die die Fabrik bauen und betreiben will, noch nicht beisammen. Zu allem Überfluss soll der Technologie-Vorsprung nicht mehr bestehen, was jetzt durch ein Gutachten geklärt werden soll. Der Communicant AG soll auch das Geld fehlen, um im Reinst-Raum des Frankfurter IHP, einem Gesellschafter von Communicant, wie geplant eine Pilotlinie für die Chips einzurichten. Wirtschaftsminister Wolfgang Fürniß flog Freitag erneut nach Dubai - um beim Hauptfinanzier gut Wetter zu machen?

Falls es mit dem Job als Justizministerin nicht klappen sollte, wofür es allerdings keinerlei Anzeichen gibt, könnte Barbara Richstein vielleicht auch als Eisprinzessin viel Geld verdienen. Jedenfalls, wenn man der Zeitung „Blickpunkt - Der Preußen-Spiegel“ glaubt. Sie machte die 33-Jährige nämlich zur „Europameisterin im Eisschnelllauf“. Die langjährige Fallschirmspringerin und Marathonläuferin reagierte überrascht und amüsiert: Sie wäre gern Europameisterin geworden, doch habe sie es bisher nur bis zur Europaministerin geschafft. ma

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