Der Tagesspiegel : Kurzmeldungen

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PRO

Wer in Deutschland ein so ehrgeiziges Projekt wie einen Flughafen plant, der bekommt mit Sicherheit sehr bald Ärger – mit den Anwohnern und mit der Konkurrenz. Die einen wollen zwar selbst fliegen, aber möglichst nach dem St.Florians-Prinzip („Schütz’ unser Haus, zünd’ andere an“) vom Lärm selbst nicht belästigt werden. Die anderen pochen auf eine Art Bestandsschutz, damit sie nicht gezwungen werden, sich mit neuen Ideen gegen die heranrückende Konkurrenz behaupten zu müssen. In Neuhardenberg am östlichen Rand Brandenburgs kann man mit solchen Bedenkenträgern nichts anfangen. Hier sieht, wie gestern berichtet, die große Mehrheit der Menschen zuallererst die Chancen des ambitionierten Plans, aus einem heruntergekommenen früheren DDR-Flugplatz einen modernen Billig-Airport zu machen. Die Ost-Brandenburger freuen sich über die Aussicht auf neue Jobs in einer Region, die noch stärker als der Rest der Republik unter der Massenarbeitslosigkeit leidet. 430 Arbeitsplätze könnten durch den neuen Flughafen entstehen, das wurde schon ausgerechnet. Und es gibt Hoffnung auf eine bessere Infrastruktur in dem wenig entwickelten Landstrich unweit der polnischen Grenze. Ein gutes Beispiel ist im schönen Hunsrück zu finden: Seit Ryanair den Flughafen Hahn als Billig-Airport für die Region Frankfurt (Main) nutzt, wird dort verstärkt in Straße und Schiene investiert, damit die Passagiere auch zum neuen Flughafen kommen. mah

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