Der Tagesspiegel : Kurzmeldungen

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UNTERM ADLER

Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) will auf die Dienste des ExBildungs-Staatssekretärs Gerd Harms nicht verzichten. Der Grünen-Politiker, der einmal Kultusminister in Sachsen-Anhalt war, bezieht aus der brandenburgischen Landeskasse ein stattliches Ruhegeld, weil ihm der damalige Regierungschef Stolpe in einer feudalen Geste ein Rückkehrrecht zugebilligt hatte. Früh-Pensionär Harms, des Nichtstuns leid, hat dem Land seine Dienste angeboten – auch ohne feste Stelle. Im Auftrag Platzecks bezog er vorübergehend ein Büro in der Staatskanzlei und entwickelte ein Konzept für ein Osteuropa-Zentrum in Frankfurt (Oder), das der Bund finanzieren soll. Jetzt ist der 50-Jährige offenbar im Gespräch als eine Art Vordenker, der Zukunfts-Konzepte im Auftrag Platzecks entwickeln soll.

Viele kamen ins Bayerische Haus, vielleicht weil es möglicherweise das letzte Jahreszeiten-Gespräch von Uwe Fenner war. Vielleicht aber auch, um dem früheren Internet-Unternehmer, gegen den die Staatsanwaltschaft wegen Verdachts des Subventionsbetrugs ermittelt, ihre Solidarität zu bekunden. Der 59-Jährige, der seine Geschäfte nach Frankfurt am Main verlegt hat, genoss die Aufmerksamkeit der 220 Gäste sichtlich. Dass der 27. Salonabend ein Erfolg wurde, lag vor allem Hauptredner: Mit vielen Bonmots legte Sir Jürgen-Carlos Gehrles, Siemens-Vorstand in Großbritannien, dar, warum die britische Wirtschaft besser dasteht als die deutsche. Fenner wäre nicht Fenner, wenn er die Gelegenheit nicht genutzt hätte: Vor Journalisten forderte er den Rücktritt von Landesinvestitionsbank-Chef Klaus-Dieter Licht, der ihn ohne Grund bei der Staatsanwaltschaft angezeigt habe. Er werde die ILB auf Schadenersatz in Millionenhöhe verklagen und nicht eher ruhen, bis Licht „aus seinem Glaspalast vertrieben sei“. Gelassen nahm er, dass im Gegensatz zu seinen früheren Empfängen trotz Einladung kein Minister erschienen war. Fenner zitierte einen Berater von Altkanzler Helmut Kohl, der einmal gesagt hatte: „Politiker sind feige.“

Verschärfte Sicherheitsmaßnahmen gelten derzeit in Potsdamer Amtsstuben, aber nicht etwa wegen des Irak-Krieges. Vielmehr treiben dreiste Diebe ihr Unwesen. Im Kulturministerium und in der Schlösserstiftung stahlen sie aus unverschlossenen Räumen Geldbörsen und andere Dinge. Jüngster Fall: Aus den Büros des „Hauses für brandenburgisch-preußische Geschichte“ wurden mehrere Geldbörsen entwendet. Just in dem Moment, als nebenan der frisch gekürte Geschäftsführer Gerd Streidt und seine engsten Mitarbeiter mit Sekt auf die Gründung der Museums-GmbH anstießen. Im Kulturministerium hat Johanna Wanka nun die Order ausgegeben, die Räume auch bei kurzzeitigen Verlassen abzuschließen. ma/thm

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