Der Tagesspiegel : Kurzmeldungen

Thorsten Metzner

UNTERM ADLER

Mit Sorge sehen Brandenburgs Sozialdemokraten der Kommunalwahl im Oktober entgegen. Weil es an bereitwilligen, populären Kandidaten mangelt, legte SPD-Landeschef Matthias Platzeck den Bundes- und Landtagsabgeordneten schon vor geraumer Zeit dringend nahe, für die Brandenburger Gemeindevertretungen und Kreistage zu kandidieren. Trotzdem blieb die Neigung unter den SPD-Parlamentariern gering. Nach längerem Sträuben ließ sich jetzt zwar die Potsdamer Bundestagsabgeordnete Andrea Wicklein für den ehrenamtlichen Zusatzjob in die Pflicht nehmen. Aber viele andere, wie etwa die Cottbuser Landtagsabgeordnete Heidemarie Konzack, stellen sich noch quer. Wenig Verständnis dafür hat Landesgeschäftsführer Klaus Ness. „Was viele ehrenamtliche Genossen auf sich nehmen, kann man auch von unseren Berufspolitikern erwarten“, so Ness. „Außerdem sollen sie Bodenhaftung behalten.“ Es werde weitere „Gespräche“ geben. Fein raus ist der Bundestagsabgeordnete Stefan Hilsberg: Er wohnt in Berlin.

Eine unappetitliche Geschichte, bisher steht Aussage gegen Aussage: Aubis-Manager Klaus Wienhold, eine der Schlüsselfiguren des Berliner Bankenskandals, warf in einem Brief an die Brandenburger Unions-Zentrale dem CDU-Landtagsabgeordneten Dieter Dombrowski „versuchte Nötigung“ vor: Dieser habe gemeinsam mit seiner Frau versucht, den Erlass von rund 200 000 Mark Schulden zu erwirken – bevor beide von der Polizei als Zeugen gegen die Aubis-Manager vernommen wurden. Dombrowski, zugleich Kreischef im Havelland, wies dies als „glatte Lüge“ zurück: Es gebe keine Schulden bei den Aubis-Herren, keinen Darlehensvertrag. Das deckt sich so allerdings nicht, wie jetzt Parteifreunde aus Berlin erfuhren, mit den Zeugenaussagen Dombrowskis bei der Polizei: Dort hatte er ein „Darlehen auf mündlicher Basis aus uralter Zeit“ eingeräumt. Und seine Frau bestätigte der Kripo, dass Wienhold für die Gründung ihrer Firma das Stammkapital von 50 000 Mark „zur Verfügung“ stellte, das sie nicht zurückgezahlt habe. CDU-Mitglied Wienhold will, so heißt es, CDU-Landeschef Jörg Schönbohm nach Ostern entsprechende Dokumente senden – und Zivilklage gegen das Ehepaar Dombrowski einreichen, um sein Geld einzutreiben.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben