Der Tagesspiegel : Kurzmeldungen

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UNTERM ADLER

Bau und Verkehrsminister Hartmut Meyer (SPD) unkt in seinem Haus schon ein wenig herum: Sein kommendes „rundes Jubiläum“ – er wird im September 60 – wäre doch eigentlich „ein guter Zeitpunkt zum Aufhören“. Damit meint der lebenslustige Minister einen Ausstieg aus der Politik. Doch jetzt wäre beinahe alles ganz anders gekommen: Auf der jüngsten Dienstberatung verriet Meyer, dass er „dem Tod gerade noch mal von der Schippe gesprungen“ sei. Bei der Namensgebung des ICE „Frankfurt (Oder)“ hatte Taufpate Meyer die Sektflasche so kräftig geschüttelt, dass sie sich selbst entkorkte und ihr Inhalt mehrere Meter in die Höhe schoss. Alles lachte – dann belehrte ein Bahnspezialist den Minister: „Noch ein paar Zentimeter, dann hätte die Flüssigkeit die Oberleitung berührt und einen Stromschlag ausgelöst.“

Er sollte 1999 Bildungsminister werden – und wurde doch nur Staatssekretär, weil die CDU das Kulturressort beanspruchte und der plötzlich ressortlose Steffen Reiche untergebracht werden musste. Jetzt gibt es neuen Druck auf Frank Szymanski: Er soll bei der Landtagswahl im nächsten Jahr als Spitzenkandidat die SPD in Cottbus retten. Hintergrund: Manfred Stolpe steht als Bundesminister für den Wahlkreis nicht mehr zur Verfügung. Zudem hat die SPD mit dem Gewerkschaftsmann Ulrich Freese, der gerade seinen Rückzug angekündigt hat, ihr neben Stolpe bekanntestes Zugpferd in der Lausitz verloren. Szymanski könnte also der starke Mann der SPD in der Lausitz werden. Aber Szymanski ziert sich noch – müsste er als Abgeordneter doch seinen Staatssekretärs-Posten aufgeben. Andererseits, so wird gemunkelt, könnte Szymanski als Cottbuser Wahlsieger durchaus zum Minister aufsteigen.

Früher, als Wilma Simon noch Finanzministerin in Brandenburg war, flog sie an den Wochenenden regelmäßig nach Hamburg – zum Friseur, zum Einkaufen –, denn Angebot und Service ließen in Potsdam zu wünschen übrig. So damals ihr Kommentar, der ihr den Zorn von Sozialministerin Regine Hildebrandt einbrachte, die auf Äußerlichkeiten nie Wert legte und Wilma Simon in diesem Punkt nicht verstand. Die Zeiten ändern sich – nicht aber die sinnesfreudige Hanseatin Simon, die Lebensqualität schätzt. Und heute auffällig oft von Hamburg nach Potsdam kommt. Das hat nicht nur mit ihrer Liebe zu Sanssouci und alten Freundschaften zu tun. Beim Sommerfest der Landesregierung im Krongut Bornstedt erzählte sie nun, dass sie jetzt regelmäßig „zur Kosmetik nach Potsdam“ fahre. Den Salon in der Berliner Vorstadt könne sie nur empfehlen. ma/thm

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