Der Tagesspiegel : Kurzmeldungen

Michael Mara

UNTERM ADLER

Filmförderung ja oder nein? Diese Frage erörtert der Haushaltskontrollausschuss des Landtages. Der Grund: Das Filmboard, die gemeinsame Filmförderung von Berlin und Brandenburg, soll ein üppiges Fondsvermögen angehäuft haben. Denn nicht nur erhält es die jährlichen Zuwendungen der beiden Länder – auch die Mittel, die das Filmboard als Darlehen an die Filmproduktionen gibt, fließen sofort zurück, wenn der Film erfolgreich ist. Da scheint einiges zusammengekommen zu sein. Konkrete Summen kannte man im Haushaltskontrollausschuss allerdings nicht, auch der Staatssekretär im Finanzministerium Karl-Peter Schackmann- Fallis konnte darüber nichts sagen. Deshalb soll die Landesregierung dem Ausschuss jetzt konkrete Zahlen vorlegen. „Die sechs Millionen Euro, die im Haushalt 2004 für die Filmförderung vorgesehen sind, könnten wir für Jugendarbeit und politische Bildung besser verwenden“, monieren Abgeordnete. Regierungssprecher Erhard Thomas kontert: Filmförderung sei Wirtschaftsförderung.

Erstaunlich“ fand der neue Bauminister Frank Szymanski (SPD) nicht die Computer-Panne an sich, sondern die Reaktionen darauf. In einer Notiz des Tagesspiegel über seinen Führungsstil stand letzten Sonntag der Satz: „Der Autor von rund 40 Romanen und Bühnenstücken gilt als Meister der Beobachtung und der Psychologie.“ Er stammt aus einem Trainingstext für das neue Computer-System und war aus unerfindlichen Gründen in den Szymanski-Text geraten. Allerdings passte der Satz an dieser Stelle so perfekt, dass viele Leser „das ernst genommen“ hätten, berichtete der Minister. „Wir wussten das gar nicht!“ – „Unter welchem Pseudonym schreibst du?“ – „Wo können wir die Bücher kaufen?“, sei er gefragt worden. Gerätselt worden sei auch, wann er wohl geschrieben habe: Nachts oder etwa während seiner Arbeitszeit als Bildungs- Staatssekretär? Selbst ein Kabinettskollege habe ihm Respekt bekundet. Nach diesem Echo überlegt Szymanski, ob er nicht doch einmal ein Buch schreiben sollte.

Staatskanzlei-Chef Rainer Speer (SPD) wird möglicherweise auf eine für Dezember geplante mehrwöchige Extremsportreise verzichten müssen. Der harte Belastungen liebende Platzeck-Vertraute wollte mit dem Kajak die Küste Feuerlands in Südamerika erkunden. Doch erlitt er jetzt einen Kreuzbandriss am rechten Knie. Nach einer ersten Operation steht ihm noch eine zweite bevor. In den nächsten Tagen will der Pechvogel entscheiden, ob er die Feuerland-Tour trotz der eingeschränkten Belastbarkeit des betroffenen Beins unternimmt – was ihm durchaus zugetraut wird. Oder ob er in dieser Zeit doch lieber ins Krankenhaus geht. Speer, auch Präsident des SV Babelsberg 03, kommentierte den Unfall mit dem Satz: „Als Fußball-Präsident hat mir diese typische Fußballerkrankheit noch gefehlt.“ Allerdings hat er sich den Kreuzbandriss nicht beim Fußballspielen zugezogen. Sondern bei einem vergleichsweise wenig extremen Sport: beim Tangotanzen.

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