Der Tagesspiegel : Kurzmeldungen

Michael Mara

UNTERM ADLER

Auch die Brandenburger CDU leidet unter der Wirtschaftskrise: Die Spenden sind stark rückläufig. Dabei steht ein teurer Landtags-Wahlkampf bevor. Aber Parteichef Jörg Schönbohm ist nicht faul. Er verschickt in der Bescherungszeit fleißig Briefe, in denen er um finanzielle Unterstützung bittet. „Jede Spende hilft uns ein Stück weiter, unsere konsequente Politik für mehr Wachstum und Arbeitsplätze in Brandenburg fortzusetzen.“ Jedem Schreiben liegt „für Sie persönlich ein entsprechendes Überweisungsformular“ und auch noch ein Mitgliedsantrag bei. Der Erfolg dürfte sich trotzdem in Grenzen halten – denn viele Briefe sind an Sozialdemokraten wie etwa den Prignitzer Unterbezirkschef Guntram Kretschmar adressiert.

Allerdings hat auch SPD-Landeschef und Ministerpräsident Matthias Platzeck Sorgen – mit seinem Gästebuch im Internet: „Sie können mit mir Kontakt aufnehmen und Ihre Meinung zu meiner Politik loswerden“, ermuntert er seit dem Frühjahr – nur leider macht kaum jemand davon Gebrauch. Bisher gibt es nur ganze vier Eintragungen, und zwei davon stammen auch noch von maßgeblichen Mitarbeitern der SPD-Landeszentrale, die sich als solche freilich nicht zu erkennen geben: Klaus Ness lobt die „sehr schöne“ Seite und schickt „viele Grüße aus Potsdam“. Er ist Landesgeschäftsführer. Sein Mitarbeiter Lars Krumrey tut kund, die Seite gebe einen „gelungenen Überblick“ über den Politiker Platzeck. Der jüngste – fünfte – Eintrag vom 12. Dezember ist bereits wieder gelöscht worden: Silvio Betzel aus Potsdam hatte auf die Regierungserklärung Platzecks zum Scheitern der Chipfabrik reagiert: Die Liste der Pleiten im Land sei lang, Platzeck und die SPD gehörten abgewählt.

SPD und PDS erproben vor der Landtagswahl – wo immer es geht – rot-rote Modelle. Selbst auf ganz unpolitischen Feldern wie dem Frauenfußball. So steht jetzt an der Spitze des Erfolgsklubs FFC Turbine Potsdam, dem Tabellenführer der Frauen-Bundesliga, ein prominentes rot-rotes Führungsduo – das erste im Sport. SPD-Sozial-(und Frauen-)minister Günter Baaske ist zum Präsidenten des Frauenfußball-Clubs gewählt worden, PDS-Bundesgeschäftsführer Rolf Kutzmutz zum Vize-Präsidenten. Sollte es nach der Landtagswahl zu einer rot-roten Koalition kommen, könnten beide ihre Zusammenarbeit vielleicht auch in der neuen Regierung fortsetzen: Kutzmutz gilt nicht nur in der PDS als ministrabel.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben