Der Tagesspiegel : Kurzmeldungen

Michael Mara

UNTERM ADLER

Das wird ältere Menschen überraschen: Justizministerin Barbara Richstein (CDU) glaubt nicht, dass durch die Überalterung der Gesellschaft auch die Kriminalität abnimmt. Sie widerspricht damit in einem Schreiben an die Staatskanzlei, die in einem Bericht über die Auswirkungen der Abwanderung junger und der Zunahme alter Menschen einen Rückgang der Straftaten prophezeit. Zwei Gründe sprechen für Richstein gegen diese Prognose: Erstens würden jugendliche Kriminelle künftig auf mehr alte Menschen treffen, die als hilflose Opfer in Betracht kämen. „Auch dürfte die Achtung vor dem Alter nicht steigen, wenn es mehr ältere Menschen gibt.“ Zweitens vermutet sie, dass sich der Zeitpunkt, zu dem ältere Menschen nicht mehr zur Kriminalität neigen, „immer weiter nach hinten verschieben wird“. Richstein: „Alte Menschen agieren und fühlen sich schon heute in vielen Lebensbereichen jugendlicher als früher; dies dürfte auch Auswirkungen auf den Zeitpunkt haben, in dem Kriminalitätsneigung nachlässt.“

Nach dem Scheitern der Chipfabrik in Frankfurt (Oder) ist ungewiss, was aus der im Rohbau fertigen Halle wird. Frankfurts Oberbürgermeister Martin Patzelt hat behauptet, es gebe zehn Interessenten. Bei der Communicant AG, die die Fabrik bauen und betreiben wollte, weiß man nichts davon. Auch die Landesregierung kennt keine ernsthaften Interessenten. Fachleute verweisen darauf, dass für das Gebäude, das auf die ursprünglichen speziellen Zwecke hin konzipiert worden war, schwerlich ein Käufer zu finden sein wird. In Communicant-Gesellschafterkreisen sorgt man sich, dass die Halle abgerissen werden muss. Ein entsprechender Passus findet sich in dem mit der Stadt abgeschlossenen Grundstückskaufvertrag. Danach muss beim Scheitern des Projekts der Urzustand wiederhergestellt werden. Anwälte prüfen die Rechtslage. Ungeklärt ist, wer die Abrisskosten trägt.

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