Der Tagesspiegel : Kurzmeldungen

Michael Mara

UNTERM ADLER

Noch ist nicht sicher, ob die SPD ihre kritische Neu-Abgeordnete Esther Schröder für den Landtag nominiert. Sollte die couragierte Abgeordnete, die sich mit der PDS überwarf, nicht wieder in den Landtag einziehen, wäre das allemal ein Verlust. Schröder gilt als echter Ministeriums-Schreck, besonders im CDU-geführten Wirtschaftsministerium. Das hat sie schon als Oppositionspolitikerin unter die Lupe genommen, mit durchaus positiven erzieherischen Effekten, wie das Ministerium selbst bescheinigte. In den Akten des Wirtschaftsministeriums zur Fördermittel-Affäre um die Hesco-GmbH der Familie der Bundestagsabgeordneten Katherina Reiche (CDU) findet sich nämlich folgende bemerkenswerte Notiz: „Wahrscheinlich wird Frau Schröder Akteneinsicht . . . beantragen. Die Vorlage sollte daher ausführlich den rechtlichen Rahmen (Verweis auf Landesrichtlinien etc.) beinhalten.“

Auch wenn man in Brandenburg nicht gerade von einer harten Opposition sprechen kann: In mancher Hinsicht macht die PDS den regierenden Parteien SPD und CDU etwas vor: So belegt die PDS in einer bundesweiten Untersuchung zur Qualität der Internet-Auftritte der Landtagsfraktionen gemeinsam mit der Berliner FDP den dritten Platz. Weit abgeschlagen sind hingegen die Koalitionsfraktionen, die nach eigenem Bekunden das moderne Brandenburg aufbauen wollen: Platzecks SPD kam nur auf Platz 44, Schönbohms CDU gar auf Platz 50. Besonders peinlich: Selbst die rechtsextreme DVU-Mini-Fraktion schnitt mit Platz 40 noch etwas besser ab als die beiden großen Regierungsparteien.

Beim Empfang des Landes für den ZDF-Fernsehrat schwärmte Innenminister Jörg Schönbohm (CDU) von dem „neuen tollen Gesicht“ aus Brandenburg, das ZDF-Geschichte schreibe. Gemeint war die anwesende Potsdamer Polizei-Kommissarin Grit Herzberg, die in der neuen ZDF-Krimi-Reihe „Einsatz täglich“ eine Hauptrolle als Polizistin spielt. Was kaum jemand weiß: Innen-Staatssekretär Eike Lancelle hatte lange Bedenken, der attraktiven Kommissarin für die Dreharbeiten unbezahlten Urlaub zu gewähren. Er fürchtete, dass der Eindruck entstehen könne, Brandenburgs Polizei habe zu viel Personal. Überzeugt wurde Lancelle schließlich von Bau-Staatssekretär Clemens Appel, der familiär mit der Mainzer Anstalt verbunden ist. Sein Vater Reinhard war dort Chefredakteur, seine Schwester Eva arbeitet noch beim ZDF. Wie der Zufall es will, ist sie Produzentin der Serie.

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