Landesbanken-Desaster : Bundesbank soll Finanzaufsicht übernehmen

Bundeswirtschaftsminister Michael Glos fordert eine wirksamere Bankenaufsicht, um Finanzdebakel wie bei der IKB und der Sachsen LB künftig vermeiden zu können. Dafür soll die Bafin ihre Kompetenzen an die Bundesbank abtreten.

Berlin"Wir sollten noch mehr auf die Expertise der Bundesbank setzen", sagte Glos (CSU) der "Passauer Neuen Presse". "Die Bundesbank ist in der Fläche präsent und als Teil der Europäischen Zentralbank gleichzeitig mit den globalen Zusammenhängen der Finanzwelt vertraut." Mehr Kompetenzen für die Bundesbank würden den Einfluss der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungen (Bafin) beschränken. Glos erhielt Unterstützung vom finanzpolitischen Sprecher der CDU, Otto Bernhard, und dem rheinland-pfälzischen Finanzminister Ingolf Deubel (SPD).

Aus der gegenwärtigen Misere müssten Lehren gezogen werden, sagte Glos der "Passauer Neuen Presse" weiter. Es gebe viele Klagen, dass bei kleinen Genossenschaftsbanken und Sparkassen schärfer kontrolliert werde als bei großen Instituten. Für ihn sei es zudem unvertretbar, dass es neben dem, was in einer Bilanz ausgewiesen werde, andere, ausgelagerte und hochrisikoreiche Aktivitäten einer Bank gebe. Dass hinterher behauptet werde, die Aufsichtsräte hätten nichts davon gewusst, sei nicht nachvollziehbar. "Das ruft nach einer gesetzlichen Neuordnung."

"Die Aufsicht der Banken sollte deutlich stärker auf die Bundesbank übertragen werden", sagte Bernhard seinerseits dem "Handelsblatt". Sie habe die besseren Kontakte zu den Geldinstituten und sei deshalb geeigneter als die Bafin. Auch Deubel sprach sich in der Zeitung dafür aus, die Bankenaufsicht einem unabhängigen Institut wie der Bundesbank zu übertragen. Derzeit teilen sich die Bundesbank und die dem Finanzministerium untergeordnete Bafin die Kontrolle der deutschen Banken. (mit AFP)