Landesbanken : NRW-Sparkassen drängen zur Fusion von WestLB mit LBBW

Die Sparkassen in Nordrhein-Westfalen fordern als Mehrheitseigentümer der WestLB eine schnelle Fusion mit der Landesbank Baden-Württemberg. Die Landesregierung sperrt sich gegen den Zusammenschluss.

Münster/StuttgartEinen Tag nach dem Sparkassenverband Rheinland hat sich der Sparkassenverband Westfalen für eine Fusion der Landesbanken in Düsseldorf und Stuttgart ausgesprochen. Damit erhöhen die beiden Sparkassenverbände den Druck auf die Landesregierung Nordrhein-Westfalens, die sich gegen diese Lösung in der bisherigen Form sperrt. Das Land NRW befürchtet massive Arbeitsplatzverluste.

Die WestLB geht geschwächt in die anstehende Neuordnung der Landesbanken. Fehlspekulationen haben die Düsseldorfer Bank im ersten Halbjahr 2007 in die Verlustzone gedrückt, wie aus Finanzkreisen verlautete. Hintergrund sind die Verluste aus dem Verkauf von Positionen im Eigenhandel, die einem Medienbericht zufolge auf mehr als eine halbe Milliarde Euro gestiegen sein sollen. Die WestLB veröffentlicht ihre Zahlen an diesem Donnerstag und wollte sich zuvor nicht äußern. Zuletzt schrieb die Bank 2004 durch eine Beihilferückzahlung in Milliardenhöhe rote Zahlen.

Die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) sieht sich dank starker Halbjahreszahlen für die Fusion mit der WestLB gerüstet. Als größte deutsche Landesbank stehe für die LBBW eine weitere Konsolidierung der Bankenlandschaft im Fokus, sagte Vorstandschef Siegfried Jaschinski am Dienstag in Stuttgart. Die LBBW werde an den Plänen für ein Zusammengehen mit der WestLB weiter konstruktiv mitarbeiten. Im ersten Halbjahr nahm der Gewinn des LBBW-Konzerns um fast 22 Prozent auf 473 Millionen Euro kräftig zu. Die Bilanzsumme stieg um sieben Prozent auf 458 Milliarden Euro. (mit dpa)