Der Tagesspiegel : Landesgartenschau 2002: Nach der Buga kommt die Laga

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Während die Potsdamer Buga kürzlich erst Bergfest feierte, werden bereits die Werbetrommeln für das nächste blumige Fest in Brandenburg gerührt. Eberswalde will 2002 Zehntausende Besucher auf die zweite Brandenburger Landesgartenschau (Laga) locken. Geschäftsführer Michael Steinland weiß, dass er wegen der Häufung blühender Ziele mit besonderen Attraktionen aufwarten muss. Schließlich reiht sich das 45 000 Einwohner zählende Eberswalde in eine ganze Kette von Gartenschauen in der Region ein: Buga 1999 Magdeburg, Landesgartenschau 2000 Luckau, Buga 2001 Potsdam, Europa-Gartenschau 2003 Frankfurt (Oder)/Slubice. "Aber nur wir bringen eine alte Industriebrache zum Blühen", sagt Steinland.

Auf dem Weg zur Baustelle der Laga ist zunächst nichts von den angekündigten Ruinen der geschlossenen Eisenspalterei, des Messingswerks und des Kupferhammers zu sehen. Im Gegenteil, die Gegend macht einen unerwartet bezaubernden Eindruck. Der Finowkanal, mit 400 Jahren Deutschlands älteste noch in Betrieb befindliche Wasserstraße, schlängelt sich durch eine urwaldähnliche Gegend. Noch vor einem Jahrzehnt stank er wie eine Kloake. Abwässer der Schwerindustrie flossen fast ungehindert in den Kanal. Heute wird in der "industriellen Wiege Brandenburgs", so Michael Steinland, nichts mehr produziert. Nach Instandsetzung der meisten Schleusen verkehren auf dem Finowkanal, der parallel zu der später gebauten Oder-Havel-Wasserstraße verläuft, sogar wieder Touristenflöße, Paddelboote und der alte Finowmaßkahn "Anneliese".

Wasser ist für Geschäftsführer Steinland, der sich den Posten mit Zoo-Direktor Bernd Hensch teilt, das Stichwort. "Nicht nur überirdisch können sich die Gäste unserem Ort nähern, sondern auch von unten", sagt er. Dafür will er die beiden jeweils 160 Meter langen unterirdischen Kanäle, durch die einst das Kühlwasser lief, für Bootsfahrten herrichten lassen. Die Gewölbe seien beeindruckend und mit acht Meter Breite und drei Meter Höhe. Hinter den Ausgängen dieser Kanäle dröhnen Baumaschinen, drehen sich Kräne. Die 100 Jahre alte Hufeisenfabrik wird zum Austragungsort der wechselnden Blumenschauen leer geräumt. Stolz erzählt Steinland von einer Rarität. Ein früherer Messingwerker schenkte ihm kürzlich ein weitgereistes Hufeisen. Einst in Eberswalde mit dem Markenzeichen "Made in Germany" für Kuba hergestellt, kam es auf verschlungenen Wegen wieder zurück. Doch auf dem 17 Hektar großen Gelände werden nicht nur Gebäude und Freiflächen für 36 Millionen Mark umgebaut - auch die beiden lädierten Schornsteine des Walzwerkes werden restauriert.

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